Glasfaser-Betreiber Liberty Networks Germany stellt Betrieb ein
Der Glasfasernetzbetreiber Liberty Networks Germany hat seinen Geschäftsbetrieb in Deutschland eingestellt und Insolvenz angemeldet. Alle geplanten Ausbauprojekte werden gestoppt.

Liberty Networks Germany, ein neu gegründeter Betreiber von Glasfasernetzen in Deutschland, hat überraschend seine Geschäftstätigkeit eingestellt und Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen, das unter der Marke "Hello Fiber" agierte, beendet damit seine Bemühungen, den Ausbau von Glasfaseranschlüssen im Land voranzutreiben.
Als Hauptgründe für die Einstellung des Betriebs nannte die Unternehmensführung veränderte gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen. Dazu zählen insbesondere die gestiegene Inflation, ein höheres Zinsniveau sowie erschwerter Zugang zu Fremdkapital. Hinzu kamen die steigenden Baukosten im Glasfaserausbau aufgrund knapper Kapazitäten und die Schwierigkeit, geeignete Kommunen als Partner zu gewinnen.
Liberty Networks Germany startete im September 2021 und hatte sich zum Ziel gesetzt, in mehreren Regionen Deutschlands den Ausbau von "Fiber To The Home" (FTTH) voranzutreiben. Ein Kernprojekt war der Ausbau in mehreren Gemeinden im Landkreis Esslingen (Baden-Württemberg) mit einer geplanten Versorgung von über 15.300 Haushalten bis 2024. Betroffen sind auch weitere geplante Projekte in Bayern und im Rems-Murr-Kreis.
Das Unternehmen ist ein Joint Venture von Liberty Global Ventures und dem französischen Infrastrukturfonds Infravia Capital Partners. Die Liberty Global Group war bereits zuvor in Deutschland durch den Kabelnetzbetreiber Unitymedia präsent, bevor dieser an Vodafone verkauft wurde.