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Bauwesen

ING: Deutscher Immobilienmarkt zeigt nachlassende Widerstandskraft

Der deutsche Immobilienmarkt zeigt trotz steigender Zinsen und geopolitischer Spannungen eine nachlassende Widerstandskraft. Analysten warnen vor wachsender Anfälligkeit und schwächelnder Kreditdynamik.

27. Juni 2026
ING: Deutscher Immobilienmarkt zeigt nachlassende Widerstandskraft

Der deutsche Immobilienmarkt hat sich bislang überraschend robust gegenüber steigenden Zinsen und geopolitischen Verwerfungen gezeigt. Eine genauere Betrachtung der Daten offenbart jedoch, dass die Belastungsprobe für den Markt zunimmt. Eine schlechtere Erschwinglichkeit und eine schwächelnde Kreditvergabe signalisieren eine zunehmende Anfälligkeit.

Laut dem Statistischen Bundesamt stiegen die Hauspreise im ersten Quartal 2026 um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Dies markiert eine Trendwende nach einem Rückgang von 0,5 Prozent im vierten Quartal 2025. Im Jahresvergleich beträgt das Plus 1,4 Prozent. Aktuell liegen die Wohnimmobilienpreise damit immer noch rund 8,3 Prozent unter dem Höchststand von 2022, aber auch über 5 Prozent über dem Tiefpunkt von 2024.

Die positive Preisentwicklung im ersten Quartal kaschiert jedoch, dass der Markt bereits vor den jüngsten ökonomischen Schocks unter Druck stand. Steigende Kapitalmarktzinsen verteuerten die Finanzierungskosten. Gleichzeitig zogen die Immobilienpreise weiter an, während das Lohnwachstum nachließ, was die Erschwinglichkeit dämpfte.

Diese Faktoren schlugen sich bereits im Neugeschäft mit Immobilienkrediten nieder. Die Vergabe neuer Wohnungsbaukredite zeigte sich zum Jahresbeginn schwach und volatil. Ein Anstieg im März, vermutlich durch vorgezogene Nachfrage, wurde im April durch einen deutlichen Rückgang abgelöst. Dies unterstreicht die hohe Sensibilität der Kreditnachfrage für Finanzierungsbedingungen.

Der Ausblick für die kommenden Monate bleibt daher herausfordernd. Gestiegene Finanzierungskosten, ein abkühlender Arbeitsmarkt und Druck auf die Realeinkommen dürften die Nachfrage weiter dämpfen. Strukturelle Faktoren wie die anhaltende Wohnungsnot bieten zwar Unterstützung. Das Marktgleichgewicht gerät jedoch zunehmend ins Wanken, und die Widerstandsfähigkeit des deutschen Immobilienmarktes wird weiter auf die Probe gestellt.

Originalquelle: ing.de