Kommunen in Deutschland melden steigenden Investitionsrückstand
Der KfW-Kommunalpanel zeigt: Der investitionsrückstand in deutschen Kommunen ist 2025 auf 215,7 Milliarden Euro gestiegen. Besonders betroffen sind Schulen und Verkehrswege.

Der investitionsrückstand deutscher Kommunen hat sich laut dem jährlichen KfW-Kommunalpanel auf ein Rekordhoch von 215,7 Milliarden Euro im Jahr 2025 ausgeweitet. Das entspricht einem Anstieg von 15,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Summe spiegelt den geschätzten Finanzbedarf wider, um die kommunale Infrastruktur wieder in einen angemessenen Zustand zu versetzen.
Der größte Anteil des Rückstands entfällt auf Schulgebäude, für deren Modernisierung 67,8 Milliarden Euro benötigt werden (31 Prozent). An zweiter Stelle folgen Straßen und Verkehrsinfrastruktur mit einem Rückstand von 53,4 Milliarden Euro (25 Prozent). Laut KfW-Chefökonom Dirk Schumacher könnte der hohe Bedarf bei Schulen mit dem Rechtsanspruch auf Ganztagsgrundschulen ab 2026 zusammenhängen.
Der Mangel an Investitionsmitteln trifft größere Städte stärker; fast 90 Prozent der größten Städte melden erhebliche Rückstände bei Schulgebäuden. Auch bei der Instandhaltung sind die Kapazitäten knapp: 19 Prozent der Kommunen können wenig bis gar nicht in die allgemeine Infrastrukturerhaltung investieren, bei der Straßeninstandhaltung sind es 32 Prozent.
Für 2025 planen die Kommunen Investitionen von 48 Milliarden Euro. In der Realität wurden 2024 jedoch nur rund 30 Milliarden Euro tatsächlich ausgegeben. Als Hemmnisse nennt Schumacher Personalengpässe, bürokratische Hürden und langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren.