Deutsche Umwelthilfe: Massive Verstöße bei Methanberichten von Öl- und Gasunternehmen
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat aufgedeckt, dass ein Großteil der über 800 Betreiber von Öl- und Gasinfrastruktur in Deutschland seinen Berichtspflichten über Methanemissionen nicht nachkommt. Etwa ein Drittel der Unternehmen lieferte für 2024 und 2025 gar keine Berichte ab.

Berlin – Ein erheblicher Teil der rund 800 Betreiber von Öl- und Gasinfrastruktur in Deutschland verletzt seine Berichtspflichten über Methanemissionen. Dies geht aus einer Analyse der Deutschen Umwelthilfe (DUH) hervor, die Daten für die Jahre 2024 und 2025 ausgewertet hat. Laut DUH sind viele der nach der EU-Methanverordnung vorgeschriebenen Offenlegungen über Methanemissionen unvollständig, fehlerhaft oder gänzlich ausgeblieben.
Die Analyse ergab, dass etwa ein Drittel der berichtspflichtigen Unternehmen, darunter über 200 Gasnetzbetreiber, zwei LNG-Terminals, 12 Gasspeicher und zwei Öl- und Gasförderer, für das Berichtsjahr 2024 keinerlei Angaben machten. Die Situation verbesserte sich für 2025 kaum, obwohl seither eigene Messungen vorgeschrieben sind: Nur sieben Unternehmen dokumentierten solche Messungen an eigener Infrastruktur.
Die DUH kritisiert zudem ein "Vollzugsdefizit" auf Behördenseite. In zehn von 16 Bundesländern seien trotz gesetzlicher Vorgabe seit über einem Jahr keine zuständigen Kontrollbehörden benannt worden. Die Organisation fordert die betroffenen Unternehmen auf, ihre Transparenzpflichten umgehend zu erfüllen und fehlende Berichte nachzuliefern. Gleichzeitig appelliert die DUH an die Landesregierungen, die notwendigen Behörden zu benennen, um Verstöße ahnden zu können.
Methan gilt als hochwirksames Treibhausgas, das mehr als 80-mal klimaschädlicher als CO₂ ist. Etwa 40 Prozent der globalen Methanemissionen stammen aus dem fossilen Energiesektor. Die Internationale Energieagentur (IEA) schätzt, dass die tatsächlichen Methanemissionen der fossilen Industrie um bis zu 80 Prozent höher liegen als offiziell angegeben.