Pharmaverbände kritisieren Pläne zur automatischen Substitution von Biopharmazeutika
Der G-BA plant den Austausch von Biopharmazeutika, doch die Branche warnt vor Lieferengpässen und einer Schwächung des Produktionsstandorts Deutschland.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat ein Verfahren eingeleitet, um die automatische Substitution von patentfreien biologischen Arzneimitteln zu ermöglichen. Fünf führende Branchenverbände, darunter Pharma Deutschland und der vfa, kritisieren das Vorhaben scharf. Sie warnen, dass der daraus resultierende extreme Preisdruck durch exklusive Rabattverträge die Versorgungssicherheit gefährde und die Abwanderung von Produktionskapazitäten ins außereuropäische Ausland beschleunige.
Nach Ansicht der Verbände ist der Markt für Biosimilars bereits ausreichend kompetitiv. Bestehende Instrumente wie Festbeträge und Rabattverträge sorgten bereits heute für Einsparungen. Der zusätzliche Druck durch eine zwangsweise Substitution in der Apotheke erhöhe jedoch das Risiko für Lieferengpässe, wie sie im Generikamarkt bereits beobachtet werden. Zudem kritisierten die Verbände, dass häufige Wechsel bei der Medikation die Rückverfolgbarkeit von Nebenwirkungen erschwerten und Patienten durch veränderte Applikationshilfen verunsicherten.
Die Verbände werten die Umsetzung eines Gesetzes aus dem Jahr 2019 als einen Rückschritt. Angesichts der Erfahrungen aus der COVID-19-Pandemie und der aktuellen geopolitischen Lage sei die Stärkung der europäischen Produktionsbasis essenziell. Die aktuelle Politik konterkariere das Ziel einer resilienten Arzneimittelversorgung und schwäche die technologische Souveränität Deutschlands.