Deutsche Pharmastrategie ein Jahr alt – Fortsetzung gefordert
Deutschlands mitgliederstärkster Pharmaverband, Pharma Deutschland, zieht nach einem Jahr Bilanz zur nationalen Pharmastrategie und fordert deren Fortsetzung unabhängig vom politischen Kurs.

Die Nationale Pharmastrategie, die die Bundesregierung vor einem Jahr verabschiedete, hat ihr einjähriges Bestehen erreicht. Pharma Deutschland, der mitgliederstärkste Verband der Pharmabranche, hat eine erste Bilanz der Umsetzung gezogen und plädiert für eine konsequente Fortsetzung der Strategie in den kommenden Jahren. Ziel ist es, Deutschland als globalen Forschungs- und Produktionsstandort für Arzneimittel zu stärken.
Als wichtigen ersten Schritt zur Verbesserung der Forschungsbedingungen in Deutschland wertet der Verband das beschlossene Medizinforschungsgesetz. Dieses Gesetz knüpft auch den Preis neuer Medikamente wieder direkt an deren Nutzen, sofern ein Teil der Forschung hierzulande stattfindet. Positiv wird zudem die Aufnahme eines Lösungsansatzes zur Problematik von GMP-Inspektionen in Drittstaaten bewertet, was Produktionsausfälle verhindern und die Versorgungssicherheit erhöhen soll.
Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland, betonte die Notwendigkeit, die Rahmenbedingungen für den Pharmastandort Deutschland auf Basis der Strategie weiter zu verbessern. „Wir stehen national und international vor vielen offenen Fragen und fehlender Planbarkeit. Wenn Deutschland im internationalen Wettbewerb mithalten will, brauchen wir jetzt verlässliche Rahmenbedingungen und eine klare politische Unterstützung“, so Brakmann.
Brakmann wies darauf hin, dass der Ausgang der Ampelkoalition und bevorstehende Neuwahlen die Weiterentwicklung der Pharmastrategie nicht ins Stocken geraten lassen dürfen. Sie hob hervor, dass die Stärkung des Pharmasektors erhebliche Chancen für die deutsche Wirtschaft biete, gerade in Zeiten, in denen andere Industriezweige vor Herausforderungen stehen. Daher müssten begonnene Initiativen zur Förderung von Produktionsstandorten und zur Verbesserung europäischer Rahmenbedingungen konsequent fortgeführt werden.
Der Verband betont ferner die Bekämpfung von Lieferengpässen durch die Verbesserung der Bedingungen für den Basismarkt und die Weiterentwicklung des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG). Brakmann zufolge hemmen aktuelle Preisbildungsleitplanken und der Kombinationsabschlag Innovationen. Sie plädiert für ein breiteres politisches Denken, das Gesundheits-, Umwelt-, Wirtschafts- und Innovationspolitik integriert, um die Herausforderungen Deutschlands zu bewältigen und seine Potenziale zu nutzen.