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Gesundheit

Deutscher Pharmastandort: Zusätzliche Regulierung birgt Risiken

Der Pharmaverband BPI kritisiert die Pläne der Finanzkommission Gesundheit für eine stärkere Regulierung neuer Medikamente. Er sieht Risiken für Patienten, Unternehmen und den Pharmastandort Deutschland.

13. Oktober 2026
Deutscher Pharmastandort: Zusätzliche Regulierung birgt Risiken

Der Pharmaverband BPI (Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie) äußert scharfe Kritik an den Plänen der Finanzkommission Gesundheit, die Regulierung von Arzneimitteln weiter zu verschärfen. Die Kommission arbeitet an Vorschlägen für strukturelle Reformen zur Effizienzsteigerung im Gesundheitssystem, die offenbar auch neue Eingriffe bei der Bewertung von Medikamenteninnovationen vorsehen.

Im Fokus der Kritik steht die Idee, den Zusatznutzen neuer Medikamente "kontinuierlich zu evaluieren", selbst ohne konkrete Anlässe. BPI-Hauptgeschäftsführer Dr. Kai Joachimsen warnt, dass dies zu einer "Regulierungsspirale" führen könnte. Bereits jetzt gebe es rund 35 Instrumente zur Dämpfung von Arzneimittelpreisen, und eine zusätzliche Bürokratisierung ohne klaren Nutzen sei nicht akzeptabel. Die Befürchtung ist, dass dies die Verfügbarkeit neuer Therapien gefährden und Investitionen in Forschung und Entwicklung hemmen könnte.

Der Verband betont, dass das deutsche System bereits Mechanismen für Neubewertungen und Preisverhandlungen kennt, etwa bei Orphan Drugs oder wenn sich Erkenntnisse ändern. Die Einführung zusätzlicher, aufwändiger Evaluationsverfahren ohne nachvollziehbare Notwendigkeit birgt aus Sicht des BPI erhebliche Risiken. Dies könne nicht nur die Versorgungssicherheit beeinträchtigen, sondern auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Pharmastandorts Deutschland schwächen.

Die Finanzkommission Gesundheit soll bis Ende des Jahres ihre Reformvorschläge vorlegen. Der BPI fordert einen klaren und verlässlichen Ordnungsrahmen für die Gesundheitspolitik und warnt vor Maßnahmen, deren Folgen für die Versorgung und die Innovationskraft der Industrie nicht absehbar sind. Eine stärkere Fokussierung auf Kosten-Nutzen-Betrachtungen, wie sie ebenfalls diskutiert wird, könnte zudem das etablierte AMNOG-System grundlegend verändern.

Originalquelle: pharma-fakten.de