Apothekenwirtschaftsbericht 2025: Umsatz steigt, aber jede vierte Apotheke in wirtschaftlicher Notlage
Der Apothekenwirtschaftsbericht 2025 zeigt für Deutschland ein Umsatzwachstum, aber 26 Prozent der Apotheken kämpfen weiterhin mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Steigende Kosten belasten die Erträge.

Im Jahr 2024 verzeichneten die deutschen Apotheken zwar einen Umsatzanstieg auf 70,4 Milliarden Euro (netto), doch ein Viertel der Betriebe befindet sich weiterhin in einer prekären wirtschaftlichen Lage. Laut dem Apothekenwirtschaftsbericht 2025 des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) schlossen 26 Prozent der Apotheken das vergangene Jahr mit einem Betriebsergebnis von unter 75.000 Euro ab, während 7 Prozent sogar im Minus lagen.
Obwohl das nominale Betriebsergebnis der durchschnittlichen Apotheke gestiegen ist, hat sich der reale Wert – inflationsbereinigt – seit 20 Jahren kaum verändert. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Apotheken kontinuierlich. Ende 2024 gab es noch 17.041 Apotheken, bis Ende des ersten Quartals 2025 sank diese Zahl auf 16.908. Die stark gestiegenen Wareneinsatzkosten (80 Prozent des Umsatzes) und allgemein steigende Ausgaben belasten die Rentabilität der Apothekenbetriebe erheblich.
Dr. Hans-Peter Hubmann, Vorsitzender des DAV, betonte die angespannte Situation. Das Apothekenhonorar wurde seit 12 Jahren nicht angepasst, was die wirtschaftliche Lage zusätzlich verschärft. Die Gewinnmarge der Inhaber liegt bei durchschnittlich 4,4 Prozent, was historisch niedrig ist. Hubmann forderte die Bundesregierung auf, die im Koalitionsvertrag zugesagten Maßnahmen zur Stabilisierung der Vor-Ort-Apotheken zügig umzusetzen.
Der Bericht unterstreicht die Bedeutung der Apotheken für die Versorgungssicherheit und fordert eine strukturelle Stärkung. Die Apotheken werden als Teil der Lösung für ein stabiles und effizientes Gesundheitssystem betrachtet. Das Honorar der Apotheken stelle zudem nur einen kleinen Anteil an den Gesamtausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung dar.