ABDA: Fachberatung bei Nahrungsergänzungsmitteln unerlässlich
Der Deutsche Apothekerverband (ABDA) betont die Notwendigkeit fachkundiger Beratung beim Kauf von Nahrungsergänzungsmitteln und hebt Unterschiede zu Arzneimitteln hervor.

Der Deutsche Apothekerverband (ABDA) weist auf die Bedeutung professioneller Beratung beim Erwerb von Nahrungsergänzungsmitteln hin und unterstreicht die wesentlichen Unterschiede zu Arzneimitteln. Dr. Kai Christiansen, Präsident der Apothekerkammer Schleswig-Holstein, erklärt, dass Nahrungsergänzungsmittel rechtlich als Lebensmittel und nicht als Arzneimittel eingestuft werden.
"Arzneimittel müssen ihre Wirksamkeit gegen Krankheiten wie Bluthochdruck wissenschaftlich belegen. Nahrungsergänzungsmittel müssen lediglich eine Bedingung erfüllen: Sie dürfen nicht schaden", erläutert Christiansen im "Das Apotheken Magazin". Er betont, dass Kunden in Apotheken neben dem Produkt auch eine persönliche Beratung durch das Apothekenteam erhalten, was in Drogerien oder im Internet oft fehle.
Die fachkundige Beratung sei essenziell, da nicht jedes Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sei oder mit parallel eingenommenen Medikamenten verträglich sei. Als Beispiel nennt Christiansen Kalziumpräparate, die die Wirksamkeit von Medikamenten gegen Osteoporose beeinträchtigen können. Auch bei Magnesiumpräparaten gebe es Unterschiede in der Zusammensetzung verschiedener Magnesiumverbindungen, deren Bedeutung nur geschultes Personal erklären könne.
Die ABDA appelliert an die Verbraucher, bei fragwürdigen Angaben zu Nahrungsergänzungsmitteln, insbesondere wenn diese als Mittel gegen schwere Erkrankungen wie Krebs oder Demenz angepriesen werden, unbedingt Rücksprache mit ihrem Apotheker zu halten. Der Verband bezeichnet solche Versprechungen als unseriös und betont, dass Nahrungsergänzungsmittel keine wissenschaftlich fundierte medizinische Behandlung ersetzen können.