ABDA kritisiert geplante Erhöhung des Kassensplits
Der Deutsche Apothekerverband ABDA kritisiert scharf einen Gesetzesentwurf, der die Erhöhung der Apothekenabschläge vorsieht. Die ABDA bezeichnet die Pläne als Taschenspielertrick und wirtschaftlich nicht tragbar.

Der Deutsche Apothekerverband (ABDA) hat die Pläne der Bundesregierung zur Erhöhung des sogenannten Kassensplits scharf kritisiert. Laut dem Entwurf des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes sollen Apotheken künftig 2,00 Euro statt bisher 1,77 Euro pro verordnetem Arzneimittel an die gesetzlichen Krankenkassen abführen.
ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening bezeichnete diesen Schritt als "Schlag ins Gesicht der Apothekerschaft" und als "Phantasielosigkeit der Gesundheitspolitik". Sie erklärte, dass damit die Vergütung der Apotheken um jährlich 120 bis 140 Millionen Euro gekürzt würde, ohne dass dies Effizienzreserven im System hebe. Die lokalen Apotheken seien hoch effizient, ihr Anteil an den GKV-Ausgaben liege nur noch bei 1,9 Prozent.
Overwiening wies darauf hin, dass die Vergütung der Apotheken seit Jahren eingefroren ist, während die Inflation gestiegen ist. Damit leisteten die Apotheken bereits einen erheblichen Solidarbeitrag. Die geplanten Kürzungen seien daher nicht nachvollziehbar und würden die wirtschaftliche Situation der ohnehin unter Druck stehenden Apotheken weiter verschärfen.
Die ABDA sieht in dem Vorgehen einen Widerspruch zum Koalitionsvertrag. Einerseits sollen die Apotheken gestärkt und pharmazeutische Dienstleistungen ausgebaut werden, andererseits würden die Einnahmen durch Honorarkürzungen reduziert. Dieses Vorgehen sei nicht vereinbar mit dem Ziel, die wohnortnahe Versorgung zu sichern und zu verbessern.