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Gesundheit

DAV lehnt Wiedereinführung von Zytostatika- und Hilfsmittel-Ausschreibungen ab

Der Deutsche Apothekerverband (DAV) lehnt die geplante Wiedereinführung von Ausschreibungen für patientenindividuell hergestellte Zytostatika und Hilfsmittel entschieden ab. Er warnt vor erheblichen Risiken für die Versorgung.

1. Oktober 2026
DAV lehnt Wiedereinführung von Zytostatika- und Hilfsmittel-Ausschreibungen ab

Berlin – Der Deutsche Apothekerverband (DAV) lehnt die angekündigte Wiedereinführung von Ausschreibungen für die Versorgung mit patientenindividuell hergestellten Krebsmedikamenten (Zytostatika) und Hilfsmitteln entschieden ab. Die Regelungen, die bereits 2016 und 2017 galten, sollen nach aktuellen Plänen zusätzliche Einsparungen für die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) erzielen.

DAV-Vorsitzender Dr. Hans-Peter Hubmann betonte, dass die Versorgung von Krebspatienten höchste Sensibilität erfordert und auf kurzen Wegen sowie eingespielten Strukturen basieren muss. Die enge Zusammenarbeit zwischen Arztpraxis, Apotheke und Patient sei ein entscheidender Faktor für eine sichere und hochwertige Behandlung. Ausschreibungen würden diese bewährten Strukturen zerstören und die wohnortnahe Betreuung schwächen.

Hubmann warnte zudem vor negativen Marktkonzentrationen: Nur wenige Apotheken könnten künftig die Zytostatika-Versorgung übernehmen. Dies gefährde die Existenz spezialisierter Apotheken und damit die lokale Versorgung vieler Patienten. Die angekündigten Ausschreibungen brächten keinen nennenswerten Mehrwert, aber erhebliche Risiken mit sich.

Der DAV wies darauf hin, dass durch neue Preise in der Hilfstaxe, die ab Oktober 2026 gelten, bereits erhebliche jährliche Einsparungen für die GKV erzielt werden. Diese neuen Regelungen, die Preisnachlässe von Herstellern an die Krankenkassen weitergeben, sorgten bereits für dreistellige Millionenbeträge. Die zusätzlichen Ausschreibungen seien daher aus wirtschaftlicher Sicht unnötig.

Originalquelle: abda.de