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Gesundheit

Apothekenreform in Deutschland tritt schrittweise in Kraft

Das neue Apothekengesetz (ApoVWG) ist am 2. Juli in Kraft getreten. Die Reform sieht zahlreiche Änderungen für Apotheken vor, die gestaffelt bis Ende 2027 umgesetzt werden.

30. September 2026
Apothekenreform in Deutschland tritt schrittweise in Kraft

Das Gesetz zur Weiterentwicklung derapothekenrechtlichen Versorgung (ApoVWG) ist seit dem 2. Juli in Kraft. Die umfassende Reform des deutschen Apothekenwesens sieht zahlreiche Neuerungen vor, die jedoch schrittweise in den Jahren 2026 und 2027 wirksam werden.

Unmittelbar nach Inkrafttreten des Gesetzes sind bereits mehrere Regelungen wirksam. Dazu gehören die erweiterte Nullretax-Regelung, erleichterte Austauschmöglichkeiten bei nicht verfügbaren Rabattarzneimitteln für zwei Jahre und die Abrechnung von Teilmengen von Fertigarzneimitteln. Arztpraxen dürfen zudem bis Ende 2028 Rezepte für Heimbewohner sammeln und direkt an die heimversorgende Apotheke übermitteln. Auch die Lagerung von Fertigarzneimitteln in Kommissionierautomaten und die Aufteilung der Leitung von Filial- und Zweigapotheken auf zwei Apotheker sind nun gestattet.

Die räumlichen Anforderungen für Impfungen, pDL und Blutentnahmen wurden gelockert. Pharmazeutisches Personal darf nun bestimmte In-vitro-Schnelltests durchführen und unter bestimmten Bedingungen auch Anschlussversorgungen ohne Rezept abgeben, wobei eine zusätzliche Gebühr von 5 Euro noch per Verordnung geregelt wird. Exklusive Rabattverträge für Biosimilars entfallen vorerst.

Viele wesentliche Bestimmungen des ApoVWG treten erst später in Kraft. Neue pharmazeutische Dienstleistungen (pDL), wie Beratungen zu Risikofaktoren oder zur Raucherentwöhnung, starten Anfang 2027. Pharmazeutisches Personal wird auch Impfungen und venöse Blutentnahmen durchführen dürfen, wobei entsprechende Schulungscurricula und Vereinbarungen noch erarbeitet werden. Das Gesetz regelt zudem Änderungen bei Hilfstaxen und Notdienstpauschalen, die teils im Oktober 2026 und teils 2027 wirksam werden.

Die Reform zielt darauf ab, das Apothekensystem an die aktuellen Bedürfnisse der Gesundheitsversorgung anzupassen, die Arzneimittelverfügbarkeit zu verbessern und das Dienstleistungsangebot der Apotheken für die Patienten zu erweitern.

Originalquelle: pharmadeutschland.de