BDP fordert bessere Versorgung für Long COVID- und ME/CFS-Patienten
Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) hat eine Resolution verabschiedet, die eine verbesserte Versorgung und Unterstützung für von postinfektiösen Erkrankungen wie Long COVID und ME/CFS Betroffene in Deutschland fordert. Der Verband bemängelt erhebliche Lücken in der aktuellen Gesundheitsversorgung.

Berlin – Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) hat eine Resolution verabschiedet, die eine wirksame Schließung von Versorgungslücken für Patientinnen und Patienten fordert, die unter den Folgen von Long COVID, Post-COVID, Post-Vac-Syndrom (PVS) und Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS) leiden.
Die von der BDP-Delegiertenkonferenz beschlossene Resolution richtet sich an Politik, Selbstverwaltungsorgane und weitere Institutionen im Gesundheitswesen. Betroffene leiden oft unter massiven Einschränkungen im Alltag, ausgeprägter Erschöpfung, Belastungsintoleranz, neurologischen Symptomen und Überempfindlichkeit gegenüber Reizen. Viele sind arbeitsunfähig, manche dauerhaft pflegebedürftig.
Laut einer Studie aus Mai 2025 leiden rund 1,4 Millionen Menschen in Deutschland an Long COVID und ME/CFS. Die Gesamtkosten für Deutschland beliefen sich 2025 auf etwa 64,4 Milliarden Euro. Trotz ausreichender wissenschaftlicher Erkenntnisse bestehen erhebliche Defizite in der Diagnostik und bei der Verfügbarkeit wirksamer Therapien. Dies erschwert den Zugang zu spezialisierter Versorgung und erhöht das Risiko der Chronifizierung.
Der BDP fordert eine zeitnahe Überführung aktueller Forschungserkenntnisse in die Praxis. Dies umfasst eine leitlinienorientierte Diagnostik und Therapie, die Beschleunigung von Zulassungsverfahren für Therapien und Medikamente sowie Weiterbildungsmaßnahmen für Fachpersonal. Psychologische und psychotherapeutische Hilfe wird als wichtig erachtet, um die psychosozialen Folgen zu bewältigen, ohne die somatischen Krankheitsverläufe zu psychologisieren.
Der Verband appelliert an die Entscheidungsträger in Politik und Gesundheitswesen, zu handeln und bietet seine Expertise für die Entwicklung evidenzbasierter und patientenorientierter Versorgungskonzepte an.