Deutsche Verlage planen Abschied von der gedruckten Zeitung
Die Branche tritt in eine kritische Transformationsphase ein, in der digitale Erlöse die sinkenden Print-Einnahmen ablösen sollen.

Die digitale Transformation der deutschen Verlagslandschaft hat ein Stadium erreicht, in dem die Zukunft des gedruckten Wortes zunehmend in Frage gestellt wird. Laut der aktuellen Trendumfrage 2026 von BDZV und der Unternehmensberatung Highberg rechnen rund 60 Prozent der befragten Unternehmen damit, dass die gedruckte Zeitung in den nächsten 15 Jahren weitgehend verschwinden wird.
Die Branche setzt derweil auf ein zweistelliges Wachstum im Digitalgeschäft, um den Rückgang bei Print-Vertriebs- und Werbeerlösen aufzufangen. Ein zentraler Hebel für die notwendige Effizienzsteigerung ist dabei Künstliche Intelligenz: 97 Prozent der Verlage erwarten positive Effekte durch den Einsatz von KI-Tools, insbesondere in den Redaktionen und der Verwaltung. Gleichzeitig warnt die Umfrage vor einer starken Abhängigkeit von globalen Plattformen, von denen rund 45 Prozent der Verlage bei der Reichweite abhängen.
Der wirtschaftliche Druck führt zu einer fortschreitenden Konsolidierung. Um ihre Eigenständigkeit zu wahren, setzen kleinere Häuser verstärkt auf Kooperationen bei der Infrastruktur. BDZV-Hauptgeschäftsführer Jörg Eggers betonte, die Branche erwarte faire Rahmenbedingungen, die den Markt stärken, anstatt existierende Erlösmodelle durch regulatorische Eingriffe weiter zu belasten.