Deutsche Kartellbehörde zwingt Apple zu Änderungen bei Zustimmungsabfragen für Werbetracking
Deutschlands Kartellaufsicht hat Apple Inc. gezwungen, seine Zustimmungsabfragen für Werbetracking von Nutzerdaten zu überarbeiten. Die Behörde stellte fest, dass Apples Abfragen es den Nutzern erleichterten, der eigenen Werbung zuzustimmen, als der Werbung von Wettbewerbern.

Das deutsche Bundeskartellamt hat eine vierjährige Untersuchung des App Tracking Transparency Framework (ATTF) von Apple abgeschlossen, indem es verbindliche Zusagen des Technologiekonzerns akzeptierte. Die Aufsichtsbehörde ordnete Änderungen an Apples Zustimmungsabfragen für das Tracking von Nutzerdaten zu Werbezwecken an, da Bedenken hinsichtlich einer Bevorzugung eigener Dienste durch das Design bestanden.
Die Untersuchung konzentrierte sich auf das ATTF, das Drittanbieter-App-Entwickler verpflichtet, die ausdrückliche Zustimmung der Nutzer einzuholen, bevor Daten app-übergreifend für personalisierte Werbung getrackt werden dürfen. Apples eigene Anwendungen waren jedoch von dieser Anforderung ausgenommen und nutzten eine separate, anders gestaltete Zustimmungsabfrage.
Die Regulierungsbehörden stellten fest, dass die beiden Arten von Zustimmungsabfragen nicht gleichwertig waren. Apples Abfrage, einschließlich Wortwahl, Layout und Optionen, wurde als förderlich für die Zustimmung der Nutzer eingestuft, während die für Drittanbieter-Apps erforderliche Abfrage als abschreckend empfunden wurde. Diese Diskrepanz sowie mögliche doppelte Zustimmungsanfragen führten zur kartellrechtlichen Überprüfung.
Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts, erklärte, dass Apple zwar das Recht habe, Datenschutzmaßnahmen über die gesetzlichen Anforderungen hinaus zu implementieren, es sich hier jedoch um fairen Wettbewerb handele. Nach den deutschen Regeln für marktbeherrschende digitale Plattformen dürfen Unternehmen ihre eigenen Produkte nicht gegenüber Wettbewerbern bevorzugen. Ziel sei es, so Mundt, sicherzustellen, dass sowohl die Annahme als auch die Ablehnung von Tracking gleichermaßen freie und informierte Entscheidungen darstellen.
Apple hat nun vier Monate Zeit, die vereinbarten Änderungen umzusetzen. Dazu gehört die Entfernung potenziell entmutigender Elemente aus den Zustimmungsabfragen für Drittanbieter, um eine neutrale Gestaltung von Inhalt, Wortwahl und Layout zu gewährleisten und diese an Apples eigene Produktabfragen anzupassen. Entwickler erhalten zudem mehr Flexibilität bei der Darstellung der Bedeutung personalisierter Werbung und der Abfolge ihrer eigenen Zustimmungsanfragen.