Steigende Zahl an Geschäftsaufgaben im Mittelstand durch altersbedingte Nachfolgeprobleme
Laut KfW-Studie planen immer mehr mittelständische Unternehmen die Schließung, da geeignete Nachfolgeregelungen fehlen.

Jedes vierte mittelständische Unternehmen in Deutschland zieht eine Betriebsschließung in Betracht, sobald die derzeitige Führungsgeneration in den Ruhestand geht. Aktuelle KfW-Analysen zeigen, dass bis 2029 jährlich etwa 114.000 Unternehmen vor der Stilllegung stehen könnten – damit übersteigt die Zahl der geplanten Schließungen erstmals die Anzahl der Unternehmen, die aktiv eine Nachfolge anstreben.
Der demografische Wandel belastet den Mittelstand massiv: 57 Prozent der Inhaber sind mittlerweile 55 Jahre oder älter. Neben dem fehlenden Interesse potenzieller Erben geben 42 Prozent der Befragten eine zunehmende bürokratische Belastung als Grund für die Schließungspläne an. KfW-Chefvolkswirt Dr. Dirk Schumacher warnt, dass die Sicherung dieser Betriebe für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland essenziell sei, da erfolgreiche Nachfolgelösungen direkt mit einer höheren Investitionsbereitschaft einhergingen.
Zusätzlich erschweren gestiegene Kaufpreisvorstellungen den Übergang. Die im Schnitt erwartete Summe von 499.000 Euro liegt deutlich über dem Wert von 2019 (372.000 Euro) und damit über der allgemeinen Teuerungsrate. Während immer mehr Verkäufer die Millionen-Euro-Marke anpeilen, stellt die Lücke zwischen den Preisvorstellungen und der Zahlungsbereitschaft potenzieller Nachfolger ein wachsendes Risiko für den Erhalt mittelständischer Strukturen dar.