Mehr Mittelständler investieren in Digitalisierung
35 Prozent der deutschen Mittelständler haben in den Jahren 2021 bis 2023 Digitalisierungsprojekte durchgeführt. Die Ausgaben steigen, doch die digitale Kluft zwischen großen und kleinen Unternehmen wächst.

Berlin – Die Digitalisierungsaktivitäten im deutschen Mittelstand nehmen zu. Laut KfW Research haben zwischen 2021 und 2023 35 Prozent der mittelständischen Unternehmen Digitalisierungsprojekte umgesetzt. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als im Vor-Corona-Zeitraum 2017-2019 und entspricht rund 1,3 Millionen Unternehmen.
Die Studie KfW-Mittelstandspanel zeigt, dass dies eine bemerkenswerte Entwicklung ist, da die Investitionen in die Digitalisierung oft konjunkturellen Schwankungen unterliegen. Viele Unternehmen sehen offenbar eine Notwendigkeit für digitale Maßnahmen, um auf veränderte Nachfragemuster zu reagieren.
Im Jahr 2023 investierten deutsche Mittelständler 31,9 Milliarden Euro in die Digitalisierung. Dies stellt eine nominale Steigerung dar, jedoch liegen die Ausgaben für traditionelle Sachinvestitionen mit 250 Milliarden Euro weiterhin deutlich höher.
Die Investitionen sind ungleich verteilt. Große Mittelständler (ab 50 Mitarbeitern), die nur zwei Prozent der Unternehmen ausmachen, tätigten 41 Prozent der Digitalisierungsausgaben. Kleine Unternehmen (unter 5 Mitarbeitern), die 81 Prozent der Mittelständler repräsentieren, investierten lediglich vier Milliarden Euro.
KfW Research warnt, dass große Unternehmen ihren Vorsprung bei der Digitalisierung ausbauen. Kleinere Unternehmen laufen Gefahr, den Anschluss zu verlieren, wenn sie ihre digitalen Anstrengungen nicht verstärken. Während kleine Unternehmen durchschnittlich 8.000 Euro ausgaben, waren es bei großen Unternehmen 216.000 Euro im Jahr 2023.