Deutsche geben viel für Wohnen aus, aber empfinden es selten als Last
Im EU-Vergleich geben Deutsche viel Geld für Wohnkosten aus. Dennoch empfindet fast ein Drittel der Haushalte, darunter auch viele Geringverdiener, die Wohnkosten nicht als finanzielle Belastung.

Berlin – Deutsche Haushalte geben im Vergleich zu vielen anderen EU-Ländern einen beträchtlichen Anteil ihres Einkommens für Wohnkosten aus. Überraschenderweise empfindet jedoch fast ein Drittel der Privathaushalte, darunter auch viele Geringverdiener, die Wohnkosten nicht als finanzielle Belastung.
Die Analyse von KfW Research zeigt, dass die Wohnkostenbelastung für Geringverdiener in Deutschland in den letzten Jahren sogar gesunken ist, da die Einkommen tendenziell stärker gestiegen sind als die Mieten. Eine Ausnahme bilden Ballungszentren wie Berlin und Frankfurt, wo die Kosten überproportional gestiegen sind und Wohnungssuchende deutlich mehr zahlen müssen.
Ein wesentlicher Grund, warum die Deutschen die Wohnkosten nicht stärker als ihre EU-Nachbarn als Last empfinden, liegt darin, dass ihnen nach Abzug der Wohnkosten oft mehr Einkommen zur freien Verfügung bleibt. Dies spiegelt einen hohen allgemeinen Lebensstandard wider.
In Ländern wie Dänemark und Schweden fühlen sich jedoch deutlich mehr Geringverdiener durch ihre Wohnkosten nicht belastet. Die Studie warnt gleichzeitig vor zu strengen Mietregulierungen, wie Mietpreisbremsen oder Mietenfröste, da diese langfristig Investoren abschrecken, die Wohnqualität mindern und zu Wohnraummangel führen können.