📣 Senden Sie uns Ihre Pressemitteilung
Seite aktualisiert sich alle 15 Minuten
Professionelle Dienstleistungen

Deutschland verschiebt Entscheidung über Reformen bei Minijobs – Unsicherheit bei Beschäftigten und Unternehmen

Die Bundesregierung hat Entscheidungen über mögliche Reformen bei Minijobs auf den Herbst verschoben. Die Pläne könnten zu einer Reduzierung der Nettoeinnahmen für Beschäftigte und höheren Kosten für Unternehmen führen.

10. Juli 2026
Deutschland verschiebt Entscheidung über Reformen bei Minijobs – Unsicherheit bei Beschäftigten und Unternehmen

Die Bundesregierung hat die Entscheidung über mögliche Reformen bei geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen, sogenannten Minijobs, auf den Herbst verschoben. Diese Verzögerung führt zu wachsender Unsicherheit bei den Beschäftigten, die auf diese zusätzlichen Einkünfte angewiesen sind, sowie bei Arbeitgebern, die flexible Arbeitskräfte einsetzen.

In Berlin wurde bisher lediglich bekannt, dass der Pauschalsteuersatz für Minijobs von zwei auf fünf Prozent des Lohns angehoben werden soll. Dies würde für Arbeitnehmer eine Reduzierung der Nettoverdienste um etwa 50 Euro monatlich bedeuten, zuzüglich möglicher Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Marcel Quitschau, ein Maschinenbaustudent in Magdeburg, der als Kellner arbeitet, beschreibt die Situation als angespannt: „Ich bin auf den Minijob angewiesen, das ist praktisch meine Einnahmequelle.“ Auch Tim Liesegang, Inhaber der Ausflugsgaststätte „Le Frog“, äußert sich besorgt und wünscht sich mehr Planungssicherheit durch eine rasche Entscheidung.

Im Bundesland Sachsen-Anhalt waren im ersten Quartal dieses Jahres rund 90.200 Personen geringfügig beschäftigt. Bundesweit lag die Zahl bei 6,8 Millionen. Die meisten Minijobs finden sich im Handel, im Gastgewerbe sowie in wirtschaftsnahen Dienstleistungen wie Reinigungs- oder Hausmeisterdiensten. Ein Drittel der Minijobber arbeitet zusätzlich zu einer Hauptbeschäftigung, um steuerfreie Zuverdienste zu erzielen.

Marco Langhof, Präsident der Arbeitgeber in Sachsen-Anhalt, bezeichnet die vorgeschlagene Regelung als „kühne Operation am offenen Herzen der Wirtschaft“. Er betont, dass Minijobs für Unternehmen wichtig sind, um Arbeitsspitzen abzufangen und Flexibilität zu gewährleisten. Ein Wegfall oder eine signifikante Änderung der Minijobs würde die Unternehmen zusätzlich belasten und kostenintensiver machen. Langhof hofft auf weitere Gespräche mit den Beteiligten und eine angepasste, ausgereiftere Regelung.

Originalquelle: mdr.de