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Bauwesen

Wärmepumpenpotenzial in Deutschland benötigt Reformen

Ein Bericht von Allianz Trade betont, dass Deutschlands Klimaziele für den Gebäudesektor gefährdet sind. Die Verbreitung von Wärmepumpen verlangsamt sich trotz ihrer Bedeutung für die Klimaziele erheblich.

27. Juli 2026
Wärmepumpenpotenzial in Deutschland benötigt Reformen

Deutschland steht vor Herausforderungen bei der Dekarbonisierung seines Gebäudesektors, der 21 % der nationalen Emissionen verursacht. Ein neuer Bericht von Allianz Trade, "The heat is on: Unlocking Germany’s heat-pump potential", zeigt, dass die Emissionen aus Gebäuden im Jahr 2025 voraussichtlich um fast 40 % vom Pfad zur Klimaneutralität abweichen werden, wenn keine schnelleren Fortschritte erzielt werden.

Der Übergang zu kohlenstoffarmen Heizsystemen, insbesondere zu Wärmepumpen, ist für Deutschlands Klimaziele entscheidend. Bis 2045 sollen Wärmepumpen voraussichtlich über 60 % des Heizbedarfs in Wohngebäuden decken. Die Verbreitung hat sich jedoch stark verlangsamt, wobei die Verkäufe von Wärmepumpen im Jahr 2024 um fast die Hälfte zurückgingen. Genannte Faktoren sind hohe Strompreise, politische Unsicherheit und allgemeine wirtschaftliche Schwierigkeiten der Haushalte.

Obwohl Deutschland Zuschüsse anbietet, die 30–70 % der Kosten abdecken, kritisiert der Bericht, dass das derzeitige System einkommensstarke Haushalte begünstigt, da die Förderung an die Investitionshöhe gekoppelt ist, was potenziell die Installationspreise erhöht. Die Kosten nach Abzug der Förderung können selbst nach Zuschüssen immer noch 9.000–12.000 Euro übersteigen, was sie für viele unzugänglich macht, obwohl die langfristigen Betriebskosten niedriger sind als bei fossilen Heizkesseln.

Allianz Trade empfiehlt Reformen zur Verbesserung der Erschwinglichkeit und Fairness, wie z. B. Pauschalförderungen, einkommensabhängige Unterstützung und Zugang zu günstigen Finanzierungsmöglichkeiten. Der Bericht hebt auch die Notwendigkeit einer klaren Kommunikation über die langfristigen Kostenrisiken bei der Beibehaltung fossiler Heizsysteme hervor und fordert die Behebung des Fachkräftemangels, die Vereinfachung von Vorschriften und die Wiederherstellung der politischen Glaubwürdigkeit.

Letztendlich ist die Schließung der Preiskluft zwischen sauberer und fossiler Wärme wesentlich. Dies beinhaltet den Ausstieg aus Subventionen für fossile Brennstoffe in Höhe von über 40 Milliarden Euro, die Stärkung der CO2-Bepreisung und die Beschleunigung der Dekarbonisierung der Stromerzeugung. Die erfolgreiche Bewältigung der Heizungsfrage ist entscheidend für die Erreichung der Klimaziele Deutschlands und für eine gerechte Energiewende.

Originalquelle: allianz-trade.com