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Technologie

Deutschlands größtes Spielearchiv steht wegen Finanzmangels vor der Schließung

Das Internationale Zentrum zur Erhaltung von elektronischen Spielen (ICS) in Deutschland, das als weltgrößtes öffentliches Spielearchiv konzipiert war, steht vor der Schließung. Die öffentliche Förderung lief im April aus, und die Bundesregierung lehnt eine Fortsetzung ab.

6. Juli 2026
Deutschlands größtes Spielearchiv steht wegen Finanzmangels vor der Schließung
Bild ist eine KI-generierte Illustration

Das Internationale Zentrum zur Erhaltung von elektronischen Spielen (ICS) in Deutschland, das als größtes öffentlich zugängliches Archiv für Videospiele weltweit konzipiert war, befindet sich im Schließungsprozess. Die öffentliche Förderung in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro lief Ende April aus, und die Bundesregierung hat eine Fortsetzung abgelehnt. Die Gesellschafter stimmten dem Schließungsbeschluss einstimmig zu.

Das 2012 gestartete Projekt sammelte über 60.000 Spiele auf verschiedenen Datenträgern, darunter Spielmodule, Disketten, CDs, DVDs und Blu-ray-Discs. Die Sammlung umfasste auch Spielanleitungen, Originalverpackungen und Spielehardware. Beteiligt waren die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK), das Computerspielemuseum Berlin, der Verband der deutschen Games-Branche (Game) und die Universität Potsdam. Ein öffentliches Online-Verzeichnis der Sammlung wurde im April 2019 veröffentlicht.

Während die physischen Sammlungen bei den beteiligten Institutionen verbleiben, ist die Zukunft der gemeinsamen Datenbank und ihrer zugehörigen Systeme ungewiss. Juristische und technische Prüfungen laufen, um zu entscheiden, ob diese erhalten werden können. Obwohl ein neues Finanzierungsmodell geprüft wurde, kam das Bundesministerium für Bildung und Forschung zu dem Schluss, dass es angesichts des erheblichen Aufwands für die Pflege der Sammlung wirtschaftlich nicht tragfähig sei.

Die Schließung des ICS fällt in eine Zeit, in der die Herausforderungen der digitalen Konservierung weltweit zunehmen. Forschungen zeigen, dass ein erheblicher Teil klassischer amerikanischer Videospiele nicht mehr kommerziell erhältlich ist. Verzögerungen und Ablehnungen bei der Erlangung notwendiger Ausnahmegenehmigungen für die Archivierung erschweren die Bemühungen zur Bewahrung des digitalen Kulturerbes. Sonys Ankündigung, die Produktion physischer PlayStation-Discs bis 2028 einzustellen, verschärft diese Probleme und macht die zukünftige Archivierung von Spielen schwieriger.

Originalquelle: ithome.com