GKV-Sparpaket: Pharmaindustrie warnt vor Verlust von Investitionen und Innovationen
Das geplante GKV-Sparpaket könnte nach Einschätzung der Pharmaindustrie zu einem Exodus von Investitionen und Innovationen in Deutschland führen und die Patientenversorgung gefährden.

Die deutsche Pharmaindustrie schlägt Alarm angesichts des geplanten GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes. Die Branche befürchtet, dass die zusätzlichen Belastungen durch neue Preisregulierungen und Rabattforderungen dazu führen könnten, dass Deutschland als Standort für pharmazeutische Investitionen und Innovationen an Attraktivität verliert.
Bereits heute leistet die Pharmaindustrie einen erheblichen Beitrag zur Stabilisierung des Gesundheitssystems, der für 2025 auf 29 Milliarden Euro geschätzt wird. Über 30 verschiedene Instrumente zur Arzneimittelpreisregulierung sind bereits in Kraft. Laut Industrieverbänden mussten Pharmaunternehmen bereits beim GKV-Finanzstabilisierungsgesetz 2022 fast 80 Prozent der gesamten Einsparungen aller Leistungserbringer tragen, obwohl ihr Anteil an den GKV-Gesamtausgaben nur etwa 12 Prozent beträgt.
Das nun geplante GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz sieht zwar die Abschaffung einiger unflexibler und innovationshemmender Regelungen vor. Dennoch summieren sich die neuen Belastungen, darunter ein dynamisierter Herstellerabschlag und Vorschläge zur Preis-Mengen-Regelung für patentgeschützte Wirkstoffe, auf eine Nettobelastung der Industrie von 5,75 Milliarden Euro bis 2030. Dies entspreche fast 19 Prozent der geplanten Gesamteinsparungen, während der Anteil der Arzneimittelhersteller an den Gesamtausgaben weiterhin bei etwa 12 Prozent liegt.
Besonders kritisch sieht die Branche die Auswirkungen auf den Markt für innovative, patentgeschützte Medikamente. Hierbei geht es um einen Anteil von rund sieben Prozent an den Gesamtausgaben. Die Sorge ist groß, dass Deutschland den Anschluss verlieren könnte: Bereits heute erreicht nicht jedes dritte in den USA zugelassene neue Medikament Arzneimittel die deutsche Versorgung. Diese Innovationslücke droht sich laut Industrie zu vergrößern, was die Verfügbarkeit neuer Therapien für deutsche Patienten einschränken könnte.
Die Pharmaindustrie fordert die Bundesregierung auf, die geplanten Maßnahmen zu überdenken. Sie plädiert für einen ausgewogeneren Ansatz, der die Bedeutung der Branche für Forschung, Entwicklung und die Sicherung der Patientenversorgung in Deutschland anerkennt und somit den Verlust von Arbeitsplätzen und medizinischem Fortschritt verhindert.