Gilead kauft Krebsmedikamenten-Entwickler Tubulis für bis zu 5 Milliarden US-Dollar
Der US-Pharmakonzern Gilead Sciences übernimmt Tubulis GmbH, ein Ausgründung der LMU München, das Krebsmedikamente entwickelt. Der Kaufpreis kann bis zu 5 Milliarden US-Dollar betragen.

Gilead Sciences hat eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme der Tubulis GmbH getroffen. Das US-Biopharmaunternehmen wird das in München ansässige Unternehmen, das Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADCs) zur Krebsbehandlung entwickelt, für rund 3,15 Milliarden US-Dollar erwerben. Hinzu kommen mögliche Meilensteinzahlungen von bis zu 1,85 Milliarden US-Dollar.
Tubulis, 2019 als Spin-off der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) gegründet, konzentriert sich auf die Entwicklung von ADCs der nächsten Generation. Diese sollen hochwirksame Medikamente gezielter zu Tumoren transportieren und die Verträglichkeit für Patienten verbessern.
Teil der Übernahme ist der führende Produktkandidat von Tubulis, TUB-040, der auf ein Molekül abzielt, das häufig bei Eierstock- und Lungenkrebs vorkommt und sich in Phase 1b/2 der klinischen Entwicklung befindet. Ebenfalls übernommen wird TUB-030, das vielversprechende frühe klinische Daten für verschiedene solide Tumorarten zeigt.
Die innovative P5-Konjugationstechnologie von Tubulis, die eine präzise Verknüpfung von Antikörpern mit hochpotenten Wirkstoffen ermöglicht, wurde in grundlegender Forschung durch Kooperationen zwischen der LMU und dem Leibniz-Institut entwickelt.
Nach Abschluss der Transaktion wird Tubulis als Forschungsorganisation für ADCs unter dem Dach von Gilead weitergeführt. Die Übernahme wird für das zweite Quartal 2026 erwartet, vorbehaltlich der üblichen Genehmigungen.