Giovanni Rubeis erforscht medizinische Ethik im Zeitalter der Digitalisierung
Giovanni Rubeis, Leiter der Abteilung für Medizinethik und Public Health an der Karl Landsteiner Privatuniversität, untersucht die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Medizin.

Vor zwei Jahren gründete die Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften die Abteilung für Medizinethik und Public Health und ernannte Professor Giovanni Rubeis zu deren Leiter.
Die Abteilung konzentriert sich auf die Erforschung, wie Digitalisierung und künstliche Intelligenz die Medizin verändern und welche ethischen Fragen dieser Wandel aufwirft. Rubeis betont, dass ethische Probleme keine externen Faktoren sind, sondern aus den Handlungen von Fachpersonal im Gesundheitswesen entstehen. Er stellt fest, dass das Bewusstsein und das Engagement für das Thema in den letzten zehn Jahren stetig zugenommen haben.
Rubeis begann vor sieben Jahren mit der Untersuchung der Digitalisierung in der Medizin und war einer der ersten Experten im deutschsprachigen Raum, der die ethischen Auswirkungen neuer Technologien erforschte. Er glaubt, dass KI eine grundlegende Umwälzung in der medizinischen Praxis, den Strukturen und den Beziehungen bewirkt. Sein Buch "Ethics of MedicalAI" soll 2024 erscheinen, und er betrachtet die digitale Transformation als die derzeit dringlichste ethische Frage.
Die Abteilung beschäftigt ein multidisziplinäres Team mit Expertise in den Bereichen Philosophie, Ethik, Sozialwissenschaften, Medizin, Public Health und Pflege. Rubeis erwartet eine Zunahme ethischer Herausforderungen aufgrund der wachsenden Komplexität von Gesellschaft und Gesundheitswesen. Darüber hinaus stellen die zunehmende Bereitschaft der Patienten, Entscheidungen über ihre Gesundheit nicht mehr ausschließlich Ärzten zu überlassen, neue Dilemmata für das Fachpersonal dar.
Rubeis beschreibt sich selbst als neugierigen und lösungsorientierten Forscher, dessen größte Herausforderung die Kombination seiner verschiedenen Rollen ist. Er stellt klar, dass Technologien wie KI Menschen nicht ersetzen, sondern als Hilfsmittel dienen können. Zukünftig hofft er auf eine stärker integrierte Zusammenarbeit zwischen Mensch und Technologie.