Globale Impfraten bei Kindern stabil, doch Millionen Säuglinge bleiben ungeimpft
Im Jahr 2024 erhielten 89 % der weltweiten Säuglinge mindestens eine DTP-Impfstoffdosis. Fast 20 Millionen Säuglinge verpassten jedoch mindestens eine Dosis, und 14,3 Millionen hatten „Null-Dosen“.

Die weltweite Impfrate bei Kindern ist im Jahr 2024 stabil geblieben. Laut neuen Daten, die im Juli 2025 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und UNICEF veröffentlicht wurden, erhielten 89 % der weltweiten Säuglinge mindestens eine Dosis des Diphtherie-, Tetanus- und Pertussis-Kombinationsimpfstoffs (DTP). Etwa 85 % der Säuglinge schlossen die vollständige Serie von drei Dosen ab. Diese bescheidenen Fortschritte deuten auf anhaltende Bemühungen von Ländern hin, Kinder trotz wachsender Herausforderungen zu schützen.
Trotz der stabilen Gesamtabdeckung bleibt die Sorge groß: Fast 20 Millionen Säuglinge erhielten im vergangenen Jahr mindestens eine Dosis des DTP-Impfstoffs nicht. Von diesen galten 14,3 Millionen als „Null-Dosis“, was bedeutet, dass sie nie eine Impfung erhielten. Diese Zahl übersteigt das Ziel, um mit dem Immunisierungs-Agenda 2030 Schritt zu halten, und ist höher als die Werte von 2019.
Die Daten zeigen, dass Millionen von Kindern aus einer Kombination von Faktoren ungeimpft oder untergeimpft bleiben. Dazu gehören begrenzter Zugang zu Impfdiensten, Lieferunterbrechungen, Konflikte, Instabilität und Fehlinformationen über Impfstoffe. Eine Analyse von 195 Ländern ergibt, dass zwar 131 Länder seit 2019 durchweg mindestens 90 % Abdeckung mit der ersten DTP-Dosis erreicht haben, die Fortschritte bei der Ausweitung dieser Gruppe jedoch minimal sind. Nur 17 Länder, die 2019 unter 90 % lagen, konnten ihre Abdeckungsraten in den letzten fünf Jahren steigern, während die Abdeckung in 47 Ländern stagniert oder sich verschlechtert.
Konflikte und humanitäre Krisen beeinträchtigen die Impffortschritte überproportional. Ein Viertel der ungeimpften Säuglinge weltweit lebt in 26 Ländern, die von Fragilität oder Konflikten betroffen sind, und dennoch entfällt auf diese Regionen die Hälfte aller ungeimpften Kinder weltweit. In vielen dieser konfliktbetroffenen Länder ist die Zahl der ungeimpften Kinder seit 2019 stark gestiegen. Während Länder mit niedrigem Einkommen, die von Gavi, dem Impfstoffallianz, unterstützt werden, Verbesserungen erfahren haben, zeigen sich auch in Ländern mit mittlerem und hohem Einkommen Anzeichen von Rückschlägen, was das Risiko von Krankheitsausbrüchen erhöht und überlastete Gesundheitssysteme weiter belastet.