Goldpreis-Rally verschiebt sich, so Analysten
Trotz Geopolitik und Inflation, die normalerweise Edelmetalle stützen, hat der Goldpreis eine unerwartete Schwäche gezeigt. Analysten von Commerzbank sehen den Grund in veränderten US-Zinserwartungen.

Obwohl Krieg, Energiekrise und steigende Inflation für sichere Häfen sprechen sollten, stagniert der Goldpreis derzeit unter der Marke von 4.500 US-Dollar pro Unze. Laut einer Analyse der Commerzbank liegt der Grund für diese Kursentwicklung in veränderten Zinserwartungen der US-Notenbank (Fed).
Der Markt hatte ursprünglich mit Zinssenkungen durch die Fed in diesem Jahr gerechnet. Die durch Kriege ausgelösten Ölpreissteigerungen haben diese Erwartungen jedoch verändert. Terminkontrakte deuten nun darauf hin, dass der Markt eine Leitzinserhöhung bis Ende des Jahres einpreist.
Diese höheren Zinsen stellen eine erhöhte Opportunitätskosten für Goldinvestitionen dar und belasten kurzfristig den Preis. Die Commerzbank hat ihr Kursziel für das Jahresende von 5.000 auf 4.800 US-Dollar pro Unze gesenkt, was dennoch einem soliden Anstieg von rund 8 Prozent entspricht. Das Basisszenario der Bank geht von einer Beruhigung der geopolitischen Lage aus, was zu fallenden Ölpreisen und nachlassendem Inflationsdruck führen dürfte.
Für das langfristige Ziel von 5.200 US-Dollar pro Unze bis Ende 2027 bleibt die Commerzbank zuversichtlich. Treibende Faktoren sind die hohe US-Staatsverschuldung, anhaltende Goldkäufe durch Zentralbanken und das Interesse von Investoren an Sachwerten. Auch für Silber wurde das Jahresziel auf etwa 80 US-Dollar pro Unze reduziert, mit einem prognostizierten Anstieg auf 90 US-Dollar bis 2027, trotz schwacher industrieller Nachfrage.