Google lehnt EU-Plan zur Sperrung von DNS-Resolvern im Kampf gegen Piraterie ab
Google hat die Europäische Kommission informiert, dass die Sperrung von DNS-Resolvern, wie der eigenen 8.8.8.8, im Kampf gegen Piraterie nur begrenzt wirksam ist und legitimen Diensten unbeabsichtigten Schaden zufügen könnte.

Google hat seine Ablehnung von Vorschlägen der Europäischen Union zum Ausdruck gebracht, die populäre DNS-Resolver, einschließlich Googles eigenem 8.8.8.8, blockieren würden, um Online-Piraterie zu bekämpfen. In einer Einreichung bei der EU-Kommission erklärte das Technologieunternehmen, dass solche Maßnahmen nur begrenzte Wirksamkeit hätten und unbeabsichtigte Folgen haben könnten.
Die EU-Kommission erwägt die Sperrung von DNS-Resolvern und IP-Adressen als Mittel gegen Piraterie. Google argumentiert jedoch in seiner Stellungnahme, dass diese Maßnahmen weitgehend unwirksam sind. Das Unternehmen weist darauf hin, dass Nutzer DNS-Beschränkungen leicht umgehen können, indem sie auf alternative Dienste umsteigen. Auch die tatsächliche Wirksamkeit der Sperrung von IP-Adressen wird in Frage gestellt.
Google wies darauf hin, dass mehrere legitime Dienste dieselbe IP-Adresse gemeinsam nutzen können. Die Sperrung einer solchen Adresse könnte dazu führen, dass auch legitime, nicht-rechtsverletzende Dienste unzugänglich werden. Das Unternehmen verwies auf einen Fall aus dem Dezember 2019 in Portugal, bei dem ein lokaler Internetanbieter eine von Google gehostete IP-Adresse blockierte, was zu Störungen bei verschiedenen Google-Diensten führte und den Datenverkehr für legitime Google Cloud-Kunden, die sich dieselbe IP-Adresse teilten, unterbrach.
Darüber hinaus stellte Google fest, dass die reine Blockierung des Website-Zugangs möglicherweise nicht vollständig wirksam ist, da oft neue Methoden zum Umgehen solcher Sperrungen entstehen. Die Erfahrung Großbritanniens bei der Sperrung von The Pirate Bay beispielsweise zeigte, dass die Website durch Proxy-Listen weiterhin zugänglich blieb. Bei Inhalten, die über Torrents und Peer-to-Peer-Netzwerke verteilt werden, erschwert die verteilte Natur des Netzwerks die effektive Blockierung einzelner Knotenpunkte.