Googles Android-Entwicklerregistrierung stößt auf Widerstand
Googles Plan, eine zentrale Registrierung für App-Entwickler auf zertifizierten Android-Geräten einzuführen, stößt auf Kritik von Open-Source-Vertretern und zivilgesellschaftlichen Organisationen, die eine Gefährdung des offenen Ökosystems befürchten.

Googles Absicht, die Installation von Apps auf zertifizierten Android-Geräten künftig an eine zentrale Registrierung der jeweiligen Entwickler zu koppeln, stößt weiterhin auf Kritik. In einem offenen Brief werfen Akteure und Unternehmen aus der Open-Source-Szene sowie der Zivilgesellschaft dem Konzern vor, das offene Ökosystem von Android zu gefährden und fordern ein Ende der verpflichtenden Registrierung. Unterzeichnet wurde der Brief unter anderem vom Chaos Computer Club, der Free Software Foundation, dem Mail-Provider Tuta, den Machern des Vivaldi-Browsers und der GitHub-Alternative Codeberg.
Kritisiert wird unter anderem, dass sich Google durch eine solche Verifizierung der Entwickler als Gatekeeper für fremde Distributionswege positionieren würde. Wer seine Apps über eigene Webseiten, alternative App-Stores, unternehmenseigene Vertriebssysteme oder ähnliches verteilt, müsste sich fortan Googles Genehmigung mittels eines obligatorischen Verifizierungsprozesses unterziehen. Dies beinhalte die Zustimmung zu den Nutzungsbedingungen, die Zahlung einer Gebühr und das Hochladen eines offiziellen Ausweises.
Weiterhin kritisieren die Verfasser die Schaffung künstlicher Markteintrittsbarrieren und befürchten Datenschutzrisiken durch eine zentrale Erfassung von Android-Entwicklern durch den Konzern. Zudem könnten Wettbewerbsverzerrungen entstehen, wenn Google durch eine solche Registrierung Daten darüber sammelt, wer welche Apps anbietet.
Ursprünglich kündigte Google im August an, dass ab Herbst 2026 nur noch Anwendungen, deren Herausgeber sich zuvor bei Google registriert und die jeweilige Anwendung dann signiert haben, auf zertifizierten Android-Geräten installierbar sein werden. Bislang galt eine solche Registrierungspflicht nur für Entwickler, die Apps über Googles Play Store anbieten. Nach Protesten schien das Unternehmen einzulenken und betonte, keine Installationen aus alternativen App-Stores oder die direkte Installation von Anwendungsdateien, auch Sideloading genannt, verbieten zu wollen.
Wie Google den sogenannten "advanced flow" zur Installation von nicht verifizierten Apps künftig gestalten wird, ist noch unklar. Code-Analysen deuten darauf hin, dass der Prozess einen Warnhinweis und eine aktive Komponente beinhalten könnte, die eine Internetverbindung erfordert. Die neuen Installationshürden dürften die Nutzer zertifizierter Android-Versionen in Europa voraussichtlich ohnehin erst im Laufe des Jahres 2027 zu spüren bekommen, da sie zunächst ab September 2026 in Brasilien, Indonesien, Singapur und Thailand erprobt werden.