GSK schließt Dresdner Werk – 650 Arbeitsplätze betroffen
Der Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) will sein Werk in Dresden schließen. Rund 650 Arbeitsplätze sind von der Entscheidung betroffen, die Produktion soll bis 2027 eingestellt werden.

Der Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) hat am Donnerstag angekündigt, sein Werk in Dresden zu schließen. Von der Entscheidung sind rund 650 Arbeitsplätze betroffen. GSK kündigte an, ein Unterstützungsprogramm für die Belegschaft auflegen zu wollen.
Als Gründe für die Schließung nannte das Unternehmen die Konzentration der Produktion auf einen Standort in Kanada. Zudem sollen Überkapazitäten vermieden werden, die durch eine sinkende Nachfrage nach klassischen Impfstoffen entstanden sind. Die Produktion soll bis September 2027 eingestellt und das Werk bis Sommer 2028 abgewickelt werden.
Das Dresdner Werk blickt auf eine lange Geschichte in der Pharmaproduktion zurück. Es wurde 1911 als Sächsisches Serumwerk gegründet und war zu DDR-Zeiten verstaatlicht, wo es ab 1975 Grippeimpfstoffe herstellte. Nach der Wiedervereinigung übernahm der britische Konzern SmithKline Beecham, später GSK, den Standort 1992. Nach früheren Angaben des Unternehmens wurden dort wöchentlich zwei Millionen Impfdosen produziert.
Der Betriebsrat kündigte Widerstand gegen die Schließungspläne an. "Wir werden geschlossen, laut und entschlossen für unsere Arbeitsplätze kämpfen", sagte der Betriebsratsvorsitzende Peter Mißbach. Die Belegschaft sei fassungslos, berichtete der Bezirksleiter der Gewerkschaft IGBCE, Philipp Zirzow.
Sächsische Politiker zeigten sich überrascht und besorgt. Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) sprach von einem Verlust hochqualifizierter Industriearbeitsplätze und betonte die Notwendigkeit, mit GSK über Handlungsspielräume zu sprechen. Er hob hervor, dass man um das Werk kämpfen müsse, da es eines von nur wenigen vollwertigen Impfstoffwerken in Deutschland sei. EU-Abgeordneter Oliver Schenk (CDU) nannte die Schließung einen "schweren Schlag" und ein europäisches Warnsignal, das den Verlust von jahrzehntelangem Wissen und Produktionskapazitäten zur Folge haben könnte.