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Hart aber fair 360: Neues Talk-Format überzeugt nicht in der Tiefe

Die neue politische Talkshow „Hart aber fair 360“ der ARD stellt einen Politiker 25 Bürgern gegenüber. Die erste Ausgabe offenbart jedoch Defizite in der Tiefe und Kürze der Diskussionen.

10. Oktober 2026
Hart aber fair 360: Neues Talk-Format überzeugt nicht in der Tiefe

Die ARD hat mit „Hart aber fair 360“ ein neues Format für ihre politische Talkshow eingeführt, das von Louis Klamroth moderiert wird. Ziel ist es, Politikern eine direktere Interaktion mit Bürgern zu ermöglichen, indem ein Politiker vor einer Gruppe von 25 zufällig ausgewählten Zuschauern Platz nimmt, die per Buzzer Gesprächsbeiträge einbringen können. Erste Reaktionen deuten jedoch auf Schwächen im Konzept hin, insbesondere in Bezug auf die Tiefe der Auseinandersetzungen.

Im Gegensatz zur etablierten Sendung „Hart aber fair“ konzentriert sich das neue Format auf eine einzelne politisch agierende Person. Diese wird mit Fragen und Anmerkungen von 25 Bürgern konfrontiert. Die Länge der Diskussionsbeiträge wird durch Mehrheitsentscheidungen im Publikum bestimmt. Dies führt laut Kritikern häufig zu kurzen, abgehackten Gesprächsrunden, die es erschweren, komplexe Sachverhalte oder politische Hintergründe fundiert zu erörtern.

Das Format setzt auf ein modernes Studio-Design und eine direkte Ansprache, um insbesondere jüngere Zuschauer zu erreichen. Die ARD bewirbt „Hart aber fair 360“ als „direkt, kontrovers und unkonventionell“. Die Praxis zeigt jedoch, dass die Debatten oft oberflächlich bleiben und Meinungen statt Fakten im Vordergrund stehen. Die Qualität der Diskussion hängt stark von der Auswahl der Bürger und ihrer Fähigkeit ab, substanzielle Fragen zu stellen.

Obwohl „Hart aber fair 360“ als Versuch gesehen werden kann, politische Debatten im Fernsehen neu zu gestalten, scheint es nach der ersten Ausstrahlung an der nötigen Tiefe zu mangeln. Zuschauer, die eine gründliche Analyse politischer Themen erwarten, werden von dem Format möglicherweise enttäuscht. Die Kürze der Redebeiträge und die schnelle Unterbrechung von Gesprächen lassen wenig Raum für umfassende Erklärungen.

Originalquelle: prisma.de