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Gesundheit

Gesundheitsökonom bezweifelt IQWiG-Methoden

Professor Oliver Schöffski kritisiert die Methoden des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bei der Bewertung von Arzneimitteln. Er bemängelt, dass gesellschaftliche Perspektiven und länderübergreifende Vergleiche fehlen.

28. September 2026
Gesundheitsökonom bezweifelt IQWiG-Methoden

Professor Oliver Schöffski, Inhaber des Lehrstuhls für Gesundheitsmanagement an der Universität Erlangen-Nürnberg, hat die Methodik des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bei der Bewertung neuer Arzneimittel kritisiert.

Schöffski bemängelt, dass die von IQWiG angewandten Methoden, die im Rahmen der frühen Nutzenbewertung nach dem Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) zur Preisfindung dienen, zu eng gefasst sind. Er kritisiert insbesondere die Beschränkung auf die Perspektive der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), welche primär direkte medizinische Kosten berücksichtigt.

"Aus ökonomischer Sicht greift dies zu kurz: Es müsste vielmehr eine gesellschaftliche Perspektive eingenommen werden", so Schöffski. Er hebt hervor, dass verbesserte Gesundheit auch zu weniger Krankheitstagen bei Arbeitnehmern und damit zu geringeren Produktionsausfällen führen könne.

Zudem kritisiert Schöffski, dass die IQWiG-Methodik keine indikationsübergreifenden Vergleiche ermöglicht. Dies erschwert eine effiziente Ressourcenallokation im Gesundheitssystem. Länder wie Großbritannien nutzen hingegen einheitliche Nutzenmaße, die verschiedene Faktoren wie Lebensqualität und Lebenszeit integrieren, was Vergleiche über verschiedene Therapiegebiete hinweg erlaubt.

Schöffski hinterfragt auch den zweistufigen Ansatz des IQWiG, bei dem zunächst eine Nutzenbewertung und erst optional eine Kosten-Nutzen-Bewertung erfolgt. Er argumentiert, dass dieser Prozess Innovationen benachteiligen könnte, die geringfügig schlechtere Ergebnisse erzielen, aber kostengünstiger sind und somit ökonomisch effizient sein könnten.

Originalquelle: pharma-fakten.de