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Gesundheit

Hitze: Sepsis im Krankenhaus

Prof. Dr. Henriette Neumeyer, Vizechefin der Deutschen Krankenhausgesellschaft, warnt vor den Gesundheitsgefahren von Hitze in Krankenhäusern.

15. Oktober 2026
Hitze: Sepsis im Krankenhaus

Professorin Dr. Henriette Neumeyer, stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), betont in einem Interview die erheblichen Gesundheitsrisiken, die Hitze in Krankenhäusern mit sich bringt. Insbesondere vulnerable Patientengruppen wie Kinder, Schwangere und ältere Menschen sowie chronisch Kranke leiden unter Hitzewellen. Bereits Temperaturen von 32 Grad Celsius mit unzureichender nächtlicher Abkühlung können die Sterblichkeit erhöhen und bestehende Erkrankungen wie Herz- oder Lungenschwächen verschlimmern.

Neumeyer weist darauf hin, dass hitzebedingte Todesfälle oft übersehen werden, da die offizielle Todesursache eine Grunderkrankung ist, die durch die Hitze verschlimmert wurde. Beispielsweise kann Herzinsuffizienz erheblich zunehmen, wenn das Kreislaufsystem durch Hitze belastet wird, auch wenn die Hitze nicht direkt mit dem Tod in Verbindung gebracht wird.

Krankenhäuser stehen vor einer doppelten Belastung: einer erhöhten Patientenzahl und Personal, das unter erschwerten Bedingungen arbeitet. Einige Kliniken haben Hitzeschutzbeauftragte eingesetzt und versuchen, Kühlzonen zu schaffen sowie einfache Schutzmaßnahmen wie Fensterfolien und frühe Lüftung zu implementieren. Patienten und Personal werden ermutigt, ausreichend zu trinken.

Neumeyer erklärt jedoch, dass diese Maßnahmen nicht ausreichen. Sie betont die Notwendigkeit erheblicher Investitionen in die Isolierung von Gebäuden, Beschattung und verstärkte Grünflächen auf dem Krankenhausgelände. Auch bei der Planung neuer Gebäude sollte die Ausrichtung und Größe von Fenstern berücksichtigt werden. Der Bau hitzeresistenter Krankenhäuser sollte als Investition, nicht nur als Kostenfaktor betrachtet werden, beispielsweise durch den Einsatz von Solaranlagen für Kühlsysteme und die Verbesserung der langfristigen wirtschaftlichen Nachhaltigkeit.

Originalquelle: pharma-fakten.de