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Hermann Bantleon: Iran-Krieg erfordert taktisches Durationsmanagement

Hermann Bantleon analysiert, dass der Iran-Krieg das globale Marktumfeld verändert hat und ein strategisches Durationsmanagement durch ein selektives, taktisches ersetzt. Das Zinsumfeld für 2026 hat sich strukturell verändert.

14. Juli 2026
Hermann Bantleon: Iran-Krieg erfordert taktisches Durationsmanagement

Der Iran-Krieg hat das globale Marktumfeld grundlegend verändert und erfordert eine Abkehr von strategischem hin zu einem selektiven, taktischen Management der Duration in festverzinslichen Portfolios. Dies stellt Senior Portfoliomanager Maksim Hrupin von Hermann Bantleon fest. Das ursprünglich konstruktive Risk-on-Umfeld zu Beginn des Jahres 2026 wurde durch den Ausbruch des Konflikts im März abrupt beendet.

Der Krieg löste einen Energieschock aus, führte zu steigender Inflation und einem Zins-Repricing. Trotz einer kürzlich vereinbarten Waffenruhe sind die Anleihenmärkte zwar stabilisiert, das Zinsniveau bleibt jedoch strukturell erhöht. Die Zinsstrukturkurve flacht ab und die Laufzeitprämie ist deutlich reduziert. Für Benchmark-orientierte EUR-Investment-Grade-Portfolios bedeutet dies, dass statt einer strategischen Long-Only-Durationsexponierung ein selektives, taktisches Durationsmanagement notwendig wird.

Hochqualitative Anleihen wie gedeckte Schuldverschreibungen (+0,9%), Quasi-Staatsanleihen (+1,37%) und Staatsanleihen der Eurozone (+1,28%) haben sich laut Bantleon trotz zwischenzeitlicher Volatilität im bisherigen Jahresverlauf 2026 relativ gut gehalten. Unternehmensanleihen des Investment-Grade-Segments erzielten ebenfalls positive Erträge (+1,31%), wobei die Branchenselektion entscheidend war. Technologie- und Automobilanleihen brachten knapp 1% Rendite, während klassische Zykliker wie Ölwerte (+1,56%) und rohstoffnahe Unternehmen (+1,54%) von den Lieferkettenstörungen profitierten.

Für das Jahresende 2026 prognostiziert das Unternehmen ein Umfeld, das ein flexibleres Management der Duration erfordert. Angesichts höherer Zinsen, einer flacheren Zinsstruktur und einer reduzierten Laufzeitprämie wird geraten, die Duration bei steigenden Renditen über 2,90% abzubauen und oberhalb von 3,10% wieder selektiv aufzubauen. Kurze Laufzeiten gewinnen als stabilisierender Baustein an Attraktivität. Insgesamt wird für 2026 ein positives, aber differenziertes Anleihenjahr erwartet, wobei die absolute Rendite hochqualitativer Anleihen attraktiv bleibt.

Originalquelle: bantleon.com