Hoher Konsum von Süßstoffen mit schnellerem kognitiven Abbau verbunden
Eine neue Studie in Neurology legt nahe, dass hohe Mengen kalorienarmer Süßstoffe mit einem beschleunigten kognitiven Verfall verbunden sein könnten. Die Forscher stellten einen Unterschied im Gehirnalter zwischen starken und geringen Konsumenten fest.

Der Konsum großer Mengen künstlicher Süßstoffe kann mit einem beschleunigten kognitiven Abbau verbunden sein, so eine Studie, die letzten Monat in der Fachzeitschrift Neurology veröffentlicht wurde. Forscher verfolgten fast 13.000 Erwachsene in Brasilien über einen Zeitraum von etwa acht Jahren, um die Auswirkungen von kalorienarmen und kalorienfreien Süßstoffen auf die Kognition zu bewerten.
Die Studie ergab einen signifikanten Unterschied im "Gehirnalter" zwischen den Teilnehmern, die die höchsten und niedrigsten Mengen an Süßstoffen konsumierten. Diejenigen mit der höchsten Aufnahme zeigten einen schnelleren Rückgang der globalen Kognition, insbesondere im Gedächtnis und in der verbalen Flüssigkeit, im Vergleich zu denen mit der niedrigsten Aufnahme. Die beobachtete Lücke im Gehirnalter betrug etwa 1,6 Jahre.
Die Forscher stellten fest, dass verschiedene Süßstoffe wie Aspartam, Saccharin und Acesulfam K mit diesem beschleunigten Abbau in Verbindung gebracht wurden. Der Zusammenhang wurde sowohl bei Personen mit als auch ohne Diabetes beobachtet, obwohl die spezifischen Muster des Abbaus zwischen diesen Gruppen variierten.
Die Teilnehmer konsumierten durchschnittlich etwa 92 Milligramm künstliche Süßstoffe täglich, wobei einige fast die doppelte Menge zu sich nahmen. Zum Vergleich: Eine 3,5-Deziliter-Dose einiger beliebter Diät-Softdrinks kann bis zu 200 Milligramm Süßstoffe enthalten.
Die Autoren der Studie warnen jedoch, dass die Ergebnisse auf einer Beobachtungsstudie beruhen, was bedeutet, dass kein direkter kausaler Zusammenhang endgültig festgestellt werden kann. Sie betonten auch, dass gelegentlicher Konsum wahrscheinlich nicht schädlich ist. Die Forscher schlagen vor, dass häufiger, langfristiger Konsum weiterer Untersuchungen bedarf und empfehlen, Alternativen wie Wasser oder ungesüßte Getränke in Betracht zu ziehen.