Mehlschwalbe ist Vogel des Jahres 2027
Bei einer öffentlichen Wahl mit über 148 000 Stimmen wurde die Mehlschwalbe zum Vogel des Jahres 2027 gewählt. Die Art gilt als gefährdet, da Nistplätze und Nahrungsangebote schwinden.

Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) hat die Mehlschwalbe zum Vogel des Jahres 2027 gekürt. Die Wahl, die in Zusammenarbeit mit dem NABU durchgeführt wurde, mobilisierte über 148 000 Wählerinnen und Wähler, von denen sich 45,2 Prozent für die Schwalbenart aussprachen. Damit setzte sich die Mehlschwalbe deutlich gegen den Trauerschnäpper, den Kolkraben, die Wasseramsel und den Kranich durch.
Als Gebäudebrüter ist die Mehlschwalbe auf die Nähe zum Menschen angewiesen. Experten des LBV weisen jedoch darauf hin, dass die Art auf der Roten Liste gefährdeter Arten geführt wird. Der Rückgang der Bestände wird vor allem durch den Verlust von Nistplätzen an modernen Gebäuden sowie durch einen Mangel an fliegenden Insekten verursacht, die für die Ernährung der Vögel unerlässlich sind.
LBV-Sprecherin Franziska Back betonte, dass der Titel dazu dienen soll, auf die schwierigen Lebensbedingungen der Tiere aufmerksam zu machen. Eigentümer werden dazu aufgerufen, Schwalbennester an Gebäuden zu dulden und durch insektenfreundliche Gärten sowie lehmige Bodenstellen Unterstützung bei der Aufzucht zu bieten.
Der Wettbewerb „Vogel des Jahres“ findet in Deutschland seit 1971 statt. Seit 2021 wird der Sieger in einem öffentlichen Wahlverfahren ermittelt, um die breite Bevölkerung stärker in den Naturschutz einzubinden.