HR-Expertin: Fragen Sie Kandidaten nicht nach Lücken im Lebenslauf
Eine HR-Expertin rät Unternehmen, Fragen nach Lücken im Lebenslauf von Kandidaten einzustellen, da dies ineffizient sei und zu Diskriminierung führen könne.

Die HR-Expertin Suzanne Lucas erklärt, dass die gängige Interviewfrage „Können Sie die Lücke in Ihrem Lebenslauf erklären?“ abgeschafft werden sollte. Lucas argumentiert, dass die Frage nicht nur veraltet, sondern auch schädlich für den Einstellungsprozess ist.
Lucas betont, dass Kandidaten unabhängig von ihrem Beschäftigungsstatus gleich behandelt werden sollten. Anstatt nach Lücken zu fragen, sollten Interviewer sich auf Standardfragen konzentrieren wie „Erzählen Sie mir von einer Situation, in der...“ oder „Wie würden Sie dieses Problem angehen?“. Wenn ein Unternehmen Bedenken hinsichtlich der Kenntnisse eines Kandidaten in einer bestimmten Fähigkeit oder Software hat, ist ein direkter Ansatz wie „Erzählen Sie mir von Ihrer Erfahrung mit X“ effektiver, als zu fragen, was er oder sie in einem bestimmten Zeitraum getan hat.
Fragen nach Lücken im Lebenslauf zwingen Stellensuchende entweder dazu, sensible persönliche Informationen wie Gesundheitsprobleme oder familiäre Verpflichtungen preiszugeben oder über ihre Jobsuche zu lügen. Beide Ergebnisse sind problematisch. Die Weitergabe persönlicher Daten kann zu diskriminierenden Entscheidungen führen, während Unehrlichkeit die Glaubwürdigkeit des Kandidaten untergräbt.
Lucas merkt an, dass Arbeitslosigkeit typischerweise auf externe Faktoren wie Entlassungen zurückzuführen ist und nicht auf mangelnde Arbeitsbereitschaft. Sie fordert Personalvermittler auf, sich auf die Fähigkeiten und die Eignung eines Kandidaten für die Stelle zu konzentrieren, anstatt Zeit mit irrelevanten Fragen zu Lücken im Lebenslauf zu verbringen.