Menschliche Antikörper entdeckt, der Dengue-Virus neutralisiert
Forscher haben einen menschlichen Antikörper identifiziert, der Dengue-Viren innerhalb von zwei Stunden neutralisieren und abtöten kann. Diese Entdeckung könnte den Weg für eine neue Therapie ebnen.

Ein Forscherteam der Duke-NUS Medical School hat in Zusammenarbeit mit der National University of Singapore und den DSO National Laboratories einen menschlichen Antikörper identifiziert, der Dengue-Viren innerhalb von zwei Stunden neutralisieren und abtöten kann. Zudem wurde eine Methode zur Herstellung dieses Antikörpers in großen Mengen entwickelt, was neue Behandlungsoptionen für Dengue-infizierte Patienten eröffnen könnte.
Die Entdeckung ging aus einer zweijährigen Untersuchung von Zelllinien von Patienten hervor, die sich von Dengue-Infektionen erholt hatten. Die Forscher identifizierten einen rekombinanten Antikörper, der spezifisch an einen Teil des Dengue-Virus bindet und dessen Infektion anderer Zellen verhindert. Dieser Antikörper zerstört das Virus schneller als bestehende Substanzen und hat in Mausmodellen, die mit dem Virus infiziert wurden, die Überlebensrate erhöht.
Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass weltweit jährlich 50 bis 100 Millionen Dengue-Infektionen auftreten. Derzeit gibt es keine zugelassenen Impfstoffe oder spezifischen Behandlungen; die Prävention stützt sich hauptsächlich auf die Vektorbekämpfung. Der neu identifizierte Antikörper zielt speziell auf DENV1 ab, einen Serotyp, der bis zu 50 % der Fälle in Singapur und anderen südostasiatischen Ländern verursacht.
Das Forschungsteam plant, in den nächsten 12–16 Monaten klinische Studien einzuleiten. Langfristiges Ziel ist die Entwicklung einer Therapie auf Basis dieses menschlichen Antikörpers für DENV1-Infektionen sowie die Identifizierung von Antikörpern gegen die anderen Dengue-Serotypen.