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Wissenschaft

Menschliche Landnutzung reduziert globale terrestrische Kohlenstoffspeicher

Eine neue Studie der LMU München beziffert, dass menschliche Aktivitäten die natürlichen Kohlenstoffspeicher an Land weltweit um 24 Prozent reduziert haben.

26. Juni 2026
Menschliche Landnutzung reduziert globale terrestrische Kohlenstoffspeicher

Menschliche Aktivitäten wie Entwaldung und die Ausweitung von Agrarflächen haben die natürlichen Kohlenstoffspeicher an Land weltweit erheblich verändert, wie eine neue Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) zeigt.

Die von LMU-Geograf Raphael Ganzenmüller geleitete Untersuchung schätzt, dass der menschliche Einfluss die terrestrischen Kohlenstoffspeicher um 344 Milliarden Tonnen Kohlenstoff reduziert hat. Dies entspricht einem Rückgang von 24 Prozent der ursprünglichen Bestände. Dieses Defizit ist vergleichbar mit den gesamten globalen CO2-Emissionen aus Kohle, Öl und Erdgas der letzten 50 Jahre.

Die Forscher nutzten eine Kombination aus hochauflösenden Erdbeobachtungsdaten, historischen und aktuellen Landnutzungsdaten sowie maschinellem Lernen, um eine detaillierte globale Schätzung zu erstellen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Ausweitung von Weide- und Ackerflächen sowie die Forstwirtschaft die Hauptursachen für diesen Kohlenstoffverlust sind.

Julia Pongratz, Professorin für Physische Geographie und Landnutzungssysteme an der LMU, betonte die Bedeutung der Studie für die Klimapolitik. Die Erkenntnisse könnten zur Bewertung von CO2-Entnahme-Maßnahmen beitragen und unterstreichen das Potenzial der Wiederherstellung terrestrischer Kohlenstoffspeicher zur Erreichung globaler Klimaziele. Die Forschung bietet eine wichtige Grundlage für die Priorisierung des Schutzes und der Wiederherstellung von Kohlenstoffsenken sowie für die Verbesserung von Klimamodellen.

Originalquelle: lmu.de