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Wissenschaft

Hymne an Babylon mittels KI entdeckt

Forscher der LMU München haben eine lange verschollene Hymne auf Babylon wiederentdeckt. Künstliche Intelligenz half bei der Identifizierung von 30 weiteren Textfragmenten zur vollständigen Entzifferung.

22. Juni 2026
Hymne an Babylon mittels KI entdeckt

Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) haben eine Hymne auf Babylon wiederentdeckt, die als über tausend Jahre verschollen galt. Der Text aus der Zeit um 1000 v. Chr. wurde in Zusammenarbeit mit der Universität Bagdad aufgefunden. LMU-Professor Enrique Jiménez nutzte künstliche Intelligenz (KI), um 30 weitere Manuskripte zu identifizieren, die bei der Vervollständigung der fehlenden Textteile halfen.

Die Hymne beschreibt die Pracht Babylons und gibt Einblicke in das Leben seiner männlichen und weiblichen Bewohner. Babylon, gegründet um 2000 v. Chr. in Mesopotamien, war einst die größte Stadt der Welt und ein bedeutendes Kulturzentrum. Der wiederentdeckte Text stellt eine wesentliche Ergänzung zur bekannten mesopotamischen Literatur dar und bietet neue Perspektiven auf das Stadtleben und Naturbeschreibungen.

Jiménez digitalisiert Keilschrifttextfragmente aus aller Welt auf der Plattform "Electronic Babylonian Library Platform" der LMU. Der KI-gestützte Ansatz ermöglichte es den Forschern, den Prozess der Identifizierung und Verknüpfung zusammengehöriger Texte zu beschleunigen, eine Aufgabe, die zuvor Jahrzehnte gedauert hätte. Dies ermöglichte eine vollständige Entzifferung der Hymne.

Die Entdeckung und der Umfang des Textes deuten darauf hin, dass es sich um ein weit verbreitetes Werk seiner Zeit handelte. "Kinder kopierten die Hymne in der Schule", sagte Professor Jiménez. "Es ist ungewöhnlich, dass ein solch populärer Text bisher unbekannt für uns war." Die Hymne liefert wertvolle Informationen über die Rolle der Frauen in der babylonischen Gesellschaft und die Interaktionen der Bewohner mit Ausländern.

Der entdeckte Text wurde in der Fachzeitschrift IRAQ veröffentlicht. Diese Forschung ist Teil einer umfassenderen Bemühung zur Digitalisierung und zum Verständnis alter mesopotamischer Texte.

Originalquelle: lmu.de