Bluthochdruck-Hormon Vasopressin beschleunigt Knorpelabbau
Eine südkoreanische Studie zeigt, wie Vasopressin bei Bluthochdruck den Knorpelabbau fördert und damit Arthrose verschlimmert. Dies könnte neue Therapieansätze eröffnen.

Ein Forschungsteam aus Südkorea hat aufgedeckt, wie das Hormon Vasopressin, das bei Bluthochdruck oft erhöht ist, den Abbau von Knorpel beschleunigen kann. Dies führt zu einer Verschlimmerung von Arthrose, insbesondere bei Patienten mit hohem Blutdruck.
Die Wissenschaftler der Chonnam National University und der Inje University analysierten Daten einer koreanischen Gesundheitsuntersuchung und stellten eine Verbindung zwischen Bluthochdruck und der Schwere von Arthrose fest. Experimente an Mäusen mit Bluthochdruck zeigten, dass ein erhöhter Blutdruck zu einer schnelleren Progression der Gelenkerkrankung führte.
Die Forscher fanden heraus, dass Vasopressin an spezifische Rezeptoren auf den Knorpelzellen bindet. Diese Rezeptoren, AVPR1A genannt, sind in geschädigtem oder alterndem Knorpel vermehrt vorhanden. Die Bindung des Hormons aktiviert Enzyme, die den Knorpel abbauen, und reduziert gleichzeitig Substanzen, die für den Erhalt des Knorpels wichtig sind.
In weiteren Tierversuchen wurde der Signalweg zwischen Vasopressin und seinem Rezeptor blockiert, was zu einer Verringerung der Gelenkschäden führte. Die Forscher planen nun präklinische Studien, um zu untersuchen, ob dieser Ansatz als Therapie für Arthrose geeignet sein könnte. Die Ergebnisse legen nahe, dass Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck bei der Behandlung von Arthrose stärker berücksichtigt werden sollten.