IBM-Aktie fällt nach KI-Boom: Kunden verlagern Investitionen von Software zu Hardware
IBM warnte vor niedrigeren Umsätzen als erwartet und verzeichnete daraufhin einen Kurssturz von über 20 %. Grund ist die Priorisierung von KI-Hardwareinvestitionen durch Kunden zulasten von Software.

Die Aktie der International Business Machines Corporation (IBM) ist nach einer unerwarteten Gewinnwarnung für das zweite Quartal 2026 um mehr als 23 Prozent gefallen. Das Technologieunternehmen gab an, dass die Kunden ihre Investitionsausgaben verstärkt in Hardware für künstliche Intelligenz (KI) umlenken, was zu geringeren Umsatzerwartungen führt.
In einer vorläufigen Mitteilung prognostizierte IBM einen Umsatz von 17,2 Milliarden US-Dollar für das zweite Quartal, was einem Anstieg von nur 1 Prozent entspricht und unter den Erwartungen der Analysten von 17,86 Milliarden US-Dollar liegt. Die endgültigen Ergebnisse werden am 22. Juli erwartet.
Laut CEO Arvind Krishna haben Kunden in den letzten Juniwochen ihre Kapitalausgaben auf Server, Speicher und Speichermedien für KI-Infrastruktur verlagert, um sich vor erwarteten Preissteigerungen abzusichern. "Diese Dynamik hat die Kaufmuster der Kunden beeinflusst", sagte Krishna. Er räumte ein, dass IBM nicht schnell genug auf diese Prioritätenverschiebung reagiert habe, was zu Verzögerungen bei wichtigen Geschäftsabschlüssen geführt habe.
Diese Verlagerung der Ausgaben von Software zu Hardware wirkt sich auch auf andere Softwareunternehmen aus. Microsoft und Salesforce verzeichneten ebenfalls Kursrückgänge, während der technologieorientierte Nasdaq Composite Index zulegte. Die Unsicherheit über die Dauer dieses Trends, der durch den KI-Boom angeheizt wird, bereitet Anlegern im Softwaresektor Sorgen.