Indien nutzt Handelsabkommen zur Beseitigung von Hürden für Fintech-Exporte
Indiens Handelssekretär Rajesh Agrawal erklärte beim Global Fintech Fest, dass das Land Freihandelsabkommen nutzt, um regulatorische Hürden für Fintech-Exporte zu beseitigen. Dies umfasst Datenflüsse, Cloud Computing und Cybersicherheit.
Indien setzt seine Freihandelsabkommen gezielt ein, um regulatorische Hürden für den Export von Finanztechnologiedienstleistungen (Fintech) abzubauen. Laut Handelssekretär Rajesh Agrawal decken diese Abkommen entscheidende Bereiche wie Datenflüsse, Cloud Computing und Cybersicherheit ab, was den internationalen Zugang für indische Fintech-Unternehmen erleichtern soll.
Agrawal betonte auf dem Global Fintech Fest, dass Handelsverhandlungen zunehmend auch Zahlungsregulierungen, Regeln für Datenflüsse und Cloud-Dienste umfassen. „Ein digitales Zahlungssystem wird gleichzeitig Finanzregulierung, Telekommunikation, Infrastruktur für die Telekommunikation, Cloud Computing, Datenflüsse, Cybersicherheit, KI-Investitionen und die Mobilität von Fachkräften umfassen“, erklärte er. Dieser erweiterte Ansatz zielt darauf ab, die komplexe, vielschichtige Natur moderner digitaler Finanzdienstleistungen zu berücksichtigen.
Obwohl der globale Handel mit Finanzdienstleistungen über 670 Milliarden US-Dollar beträgt, liegt Indiens derzeitiger Anteil bei etwa 1,2 bis 1,3 Prozent. Agrawal wies darauf hin, dass fast alle Fintech-Exporte Indiens digital und ohne physische Bewegung erbracht werden, was eine erhebliche Wachstumschance darstellt. Finanzdienstleistungen werden als wichtiger Bereich für die Diversifizierung der indischen Exportstrategie angesehen.
Darüber hinaus konzentriert sich Indien auf die Senkung der Kosten für grenzüberschreitende Überweisungen. Bei jährlichen Einnahmen von über 125 Milliarden US-Dollar stellen die derzeitigen durchschnittlichen Kosten von 5-6 Prozent eine erhebliche Belastung dar. Eine Halbierung auf 3 Prozent würde indischen Arbeitsmigranten laut Agrawal zusätzlich 5 Milliarden US-Dollar einbringen.
Als praktisches Beispiel nannte Agrawal ein auftragsbasiertes Kreditprogramm auf der Plattform Government e-Marketplace, bei dem Fintech-Unternehmen kleine Lieferanten gegen Bestellungen finanzieren. Er schloss mit der Betonung, dass Vertrauen, basierend auf robuster Cybersicherheit, Datenschutz und KI-Erklärbarkeit, zunehmend eine Voraussetzung für die globale Wettbewerbsfähigkeit im Fintech-Sektor sei.