Indische E-Commerce-Händler unter Druck durch steigende Plattformkosten
Trotz provisionsfreier Modelle belasten neue Strafgebühren und Logistikzuschläge die Margen indischer Online-Händler vor dem Festtagsgeschäft.

Indische Online-Händler stehen vor dem Höhepunkt der Festtagssaison vor erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen. Während große Plattformen wie Amazon und Flipkart durch den Wegfall von Verkaufsprovisionen neue Anbieter gewinnen wollen, führen geänderte Gebührenstrukturen und höhere Logistikkosten zu einer deutlichen Margenbelastung.
Flipkart hat durch den Verzicht auf Provisionen zwar die Zahl der neu angemeldeten Händler verdoppelt, gleichzeitig aber strikte Strafgebühren für verspätete Lieferungen oder Stornierungen eingeführt, die unabhängig vom Warenwert erhoben werden. Amazon nutzt ein gestaffeltes Modell, bei dem Stornogebühren bis zu 10 Prozent des Auftragswertes erreichen können. Diese Kostenstruktur trifft insbesondere kleinere Unternehmen, die bereits mit geringen Gewinnspannen kalkulieren müssen.
Zusätzlich erhöhen steigende Logistikkosten, bedingt durch neue Zuschläge bei Versanddienstleistern, den Druck auf die Händler. Marktbeobachter sehen darin ein strukturelles Problem, da die Händler die Kosten aufgrund der gedämpften Konsumstimmung kaum weitergeben können. Zudem wird die Intransparenz bei der Anfechtung solcher Strafgebühren als ein wesentlicher operativer Schwachpunkt kritisiert.