Indian Kanoon ficht Urteil des Delhi High Courts zur 'Recht auf Vergessenwerden' an
Die indische Rechtsdatenbank Indian Kanoon hat Klage gegen eine Anordnung des Delhi High Courts eingereicht, die Google zur Deindexierung von Urteilen und Nachrichtenberichten verpflichtet.

Die indische Rechtsdatenbank Indian Kanoon hat eine bedeutende Anordnung des Delhi High Courts angefochten, die Suchmaschinen wie Google verpflichtet, Urteilsveröffentlichungen und Nachrichtenberichte zu deindexieren und namensbasierte Suchfunktionen für bestimmte Datensätze einzuschränken.
Die Rechtsdatenbank argumentiert, dass das High Court eine frühere Entscheidung des Obersten Gerichtshofs aus dem Jahr 2017 zur Privatsphäre falsch interpretiert hat. Indian Kanoon behauptet, dass das 'Puttaswamy-Urteil' die Privatsphäre als Grundrecht anerkannte, aber kein uneingeschränktes 'Recht auf Vergessenwerden' begründete, das die Entfernung historischer oder gerichtlicher Aufzeichnungen erlauben würde.
Die ursprüngliche Anordnung des High Courts, die aus 37 Fällen zusammengeführt wurde, wies Rechtsdatenbanken und Suchmaschinen an, namensbasierte Suchen für Urteile einzustellen, die sich auf Personen beziehen, die öffentliche Aufzeichnungen entfernen lassen wollten, oft nach Begleichung von Streitigkeiten oder Verbüßung von Strafen. Dieser Fall hat seinen Ursprung in einem spezifischen Fall, in dem eine wegen Scheckbetrugs verurteilte Person nach Beilegung des Falls die Entfernung ihres Urteils aus Indian Kanoon verlangte.
Indian Kanoons Petition behauptet, dass die Anordnung des High Courts über die zulässigen Einschränkungen der Meinungsfreiheit gemäß Artikel 19(2) der indischen Verfassung hinausgeht. Sie argumentiert, dass Begriffe wie 'nicht mehr relevant' oder 'dient keinem legitimen öffentlichen Interesse', die als Gründe für die Deindexierung verwendet werden, vage und subjektiv sind und potenziell zu willkürlicher Zensur öffentlicher Gerichtsakten führen könnten.
Die Petition behauptet ferner, dass das Gericht die globale Deindexierungsanordnung erlassen habe, ohne die Beweise für tatsächliche Schäden angemessen abzuwägen, und sich stattdessen auf angenommene Schäden stützte. Indian Kanoon fordert Klarheit und strengere Kriterien für die Deindexierung, um die inkonsistente und potenziell voreingenommene Entfernung öffentlicher Informationen zu verhindern.