Indisches Oberstes Gericht fordert Stellungnahme von Meta zur Kindersicherheit
Das indische Oberste Gericht hat die Regierung und Meta aufgefordert, auf Vorwürfe zu reagieren, wonach Algorithmen sozialer Medien Minderjährige gefährden.
Am 4. November 2026 leitete das Oberste Gericht Indiens ein Verfahren ein, das die Regierung und Meta zur Stellungnahme bezüglich der Sicherheit von Kindern auf sozialen Plattformen verpflichtet. Im Zentrum der Klage steht der Vorwurf, dass algorithmische Designmerkmale wie „Infinite Scroll“ und automatische Videowiedergabe süchtigmachend wirken und die psychische Gesundheit von Minderjährigen beeinträchtigen.
Die Kläger werfen Meta vor, notwendige Sicherheitsvorkehrungen, die in westlichen Ländern bereits Standard seien, auf dem indischen Markt zu vernachlässigen. Insbesondere die unzureichende Altersprüfung ermögliche Kindern unter 13 Jahren den Zugang zu Diensten und erhöhe das Risiko für Online-Grooming und die Konfrontation mit illegalen Inhalten. Die Petition fordert eine strengere Regulierung von Algorithmen sowie verbindliche Altersverifikationssysteme.
Das Verfahren ist eines von mehreren juristischen Vorgehen der letzten zwei Monate, die den Druck auf soziale Netzwerke erhöhen. Während regionale Gerichte wie der Delhi High Court in der Vergangenheit argumentierten, dass die Gestaltung digitaler Politik Sache der Exekutive sei, scheint das Oberste Gericht nun eine aktivere Rolle bei der Aufsicht einzufordern.
Das Gericht hat den 7. Dezember als Termin für die nächste Anhörung festgelegt. Bisher wurden in der Sache keine inhaltlichen Feststellungen getroffen, doch der Fall unterstreicht den wachsenden regulatorischen Druck auf Technologiefirmen in Indien.