Indiens KI-Boom stößt auf Mangel an Rechenleistung
Die Beschaffung von KI-Rechenleistung in Indien wird neu geschrieben. Inmitten geopolitischer Spannungen und Rissen in der Lieferkette ringen Cloud-Anbieter um KI-Chips der nächsten Generation.

Indiens wachsender KI-Sektor sieht sich erheblichen Hürden gegenüber, da die Nachfrage des Landes nach Rechenleistung, insbesondere nach Grafikprozessoren (GPUs), das Angebot übersteigt. Unterbrechungen in der Lieferkette und geopolitische Spannungen erschweren die Beschaffung modernster KI-Chips für Cloud-Anbieter.
Obwohl sich die GPU-Knappheit insgesamt abgeschwächt hat, übersteigt die Nachfrage weiterhin die Verfügbarkeit, insbesondere bei neueren Modellen. Dies führt zu verlängerten Lieferzeiten, was Cloud-Plattformen zwingt, frühzeitig Reservierungen vorzunehmen und sich direkt mit den Originalausrüstungsherstellern (OEMs) zu koordinieren. Ältere Generationen von Chips sind leichter zu beschaffen, da sich die Hersteller auf neuere Architekturen konzentrieren.
Die Engpässe haben sich auch auf nachgelagerte kritische Komponenten ausgeweitet, darunter Speicher, Netzwerk und Stromversorgung. Internationale Exportkontrollen und die Konzentration der Halbleiterfertigung tragen zu einem gestaffelten System bei, bei dem strategische Käufer Priorität erhalten, während kleinere Akteure längere Wartezeiten bei der Lieferung hinnehmen müssen.
Um Lieferunterbrechungen zu mildern, behandeln Cloud-Computing-Anbieter ihre Recheninfrastruktur als strategische Ressource. Sie setzen verstärkt auf langfristige Nachfrageprognosen, reservieren Kapazitäten Jahre im Voraus und kombinieren ältere Hardware mit neuen GPUs. Gleichzeitig optimieren KI-Startups ihre Software und setzen auf Hybridmodelle sowie Multi-Cloud-Beschaffung, um die Rechenkosten zu bewältigen.