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Technologie

Indiens Wahlkommission setzt undurchsichtige Algorithmen ein

Indiens Wahlkommission nutzt algorithmische Software für die Verwaltung von Wählerverzeichnissen, wobei die Offenlegung von KI-Nutzung unklar ist. Der Oberste Gerichtshof schlug KI für die Bearbeitung von eidesstattlichen Versicherungen in einem Parteikonflikt vor.

29. September 2026

Indiens Wahlkommission (ECI) setzt algorithmische Software zur Verwaltung der Wählerverzeichnisse ein. Details zur Nutzung und zum möglichen Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) sind jedoch weitgehend intransparent. Der Oberste Gerichtshof Indiens hat kürzlich vorgeschlagen, KI zur Bearbeitung zahlreicher eidesstattlicher Versicherungen in einem internen Streit der Trinamool Congress Partei zu nutzen.

Laut Medianama betreibt die ECI bereits nicht geprüfte Software, die die Aufnahme in die Wählerverzeichnisse und Benachrichtigungsprozesse beeinflusst. Die Internet Freedom Foundation (IFF) hat mindestens drei algorithmische Systeme identifiziert, die bei der Überarbeitung von Wählerverzeichnissen zum Einsatz kommen. Für diese Systeme sind keine öffentlich zugänglichen Spezifikationen, Schwellenwerte oder Prüfberichte vorhanden.

Der Vorschlag zur Nutzung von KI kam von Richter Joymalya Bagchi während einer Anhörung vor dem Obersten Gerichtshof bezüglich des Streits um das Symbol der Trinamool Congress. Diese mündliche Anmerkung war keine formelle Anweisung, obwohl die ECI zuvor eine Fristverlängerung von sechs Monaten für die Bearbeitung der zahlreichen eidesstattlichen Versicherungen beantragt hatte.

Die Situation wird dadurch komplizierter, dass die ECI zuvor gegenüber den Vereinten Nationen erklärt hatte, keine KI zu verwenden, während sie gleichzeitig diese undurchsichtigen Algorithmen weiterhin einsetzt. Indien hat derzeit keine nennenswerten gesetzlichen Vorschriften, die Behörden zur Offenlegung der eingesetzten Software in ihren Entscheidungsprozessen verpflichten würden.

Medianama fordert mehr Transparenz und argumentiert, dass Bürger, Gerichte und politische Parteien Informationen über die verwendeten Werkzeuge, deren Lieferanten, Modelle und etwaige Prüfungsergebnisse benötigen. Eine solche Offenlegung ist entscheidend, wenn Software Entscheidungen beeinflusst, die Bürger betreffen, einschließlich der Verwaltung von Wählerverzeichnissen und der Beilegung von Streitigkeiten.

Originalquelle: medianama.com