Branchenverband fordert G20-Gipfel zu Unterstützung des WTO-Systems auf
Der Grain Club, ein Bündnis deutscher Agrar- und Ernährungswirtschaftsverbände, appelliert an die G20-Staaten, die Welthandelsorganisation (WTO) zu stärken und offene Märkte für die Versorgungssicherheit zu sichern.

Berlin – Das Bündnis Grain Club, das verschiedene Sektoren der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft vertritt, hat die G20-Staaten aufgerufen, sich für offene und funktionierende Märkte sowie für die Stärkung der Welthandelsorganisation (WTO) einzusetzen.
Die WTO befinde sich in einer schwierigen Lage, da ihre Autorität zunehmend in Frage gestellt werde, was zu Handelskonflikten und Unsicherheit führe, so Professor Gabriel Felbermayr vom Kieler Institut für Weltwirtschaft. Eskalierende Handelskonflikte schadeten allen Beteiligten, wie die Entwicklungen der letzten zwei Jahre gezeigt hätten.
Deutschland ist ein wichtiger Akteur im internationalen Agrarhandel mit stark gestiegenen Exporten und Importen in den letzten 20 Jahren. Die Wertschöpfung in der deutschen Verarbeitungskette sei ohne Rohstoffimporte aus Drittstaaten nicht denkbar, betonte der Verband. Daher sei die Stärkung internationaler Handelsstrukturen dringend geboten.
Der Grain Club fordert zudem faire Standortfaktoren in Deutschland und die Vermeidung von Marktverzerrungen. Thorsten Tiedemann vom Verein der Getreidehändler der Hamburger Börse mahnte, dass die Politik die Funktionsfähigkeit internationaler Systeme wie der WTO unterstützen müsse.