Ungleichheit schafft Hunger laut Welthungerhilfe
Die Welthungerhilfe warnt vor wachsender globaler Ungleichheit als Ursache für Hunger. Nicht nur wirtschaftliche Unterschiede, auch die Machtkonzentration bei kleinen Eliten führe zu Mangelernährung.

Die Welthungerhilfe schlägt Alarm: Wachsende Ungleichheit in der Welt ist eine Hauptursache für Hunger. Laut der Organisation konzentriert sich nicht nur Reichtum bei wenigen, sondern auch politische und soziale Macht, was zu Mangelernährung führt.
"Die neuesten Studien zeigen, dass die Ungleichheit in der Welt extrem zunimmt. Das gilt nicht nur für den Reichtum, sondern auch für die Konzentration von Macht bei kleinen Eliten. Ungleichheit schafft Hunger", erklärt Dr. Till Wahnbaeck, Vorstandsvorsitzender der Welthungerhilfe. Er verweist auf Indien als Beispiel, wo über 100 Milliardäre leben, während gleichzeitig die meisten Hungernden weltweit dort ihren Sitz haben.
Besonders Frauen, ethnische Minderheiten und Kleinbauern seien von Hunger bedroht, da sie von der ungleichen Verteilung von sozialer und politischer Macht betroffen seien. Dies bestätigt auch der Welthunger-Index, der die Dominanz weniger transnationaler Konzerne im globalen Saatgut- und Getreidehandel hervorhebt.
Kriege, Konflikte und der Klimawandel bleiben laut Welthungerhilfe die größten Treiber von Hungersnöten. Die Organisation fordert ein Umdenken und betont die Notwendigkeit, strukturelle Ursachen von Hunger zu bekämpfen.
Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen Deutschlands und setzt sich für das Ziel „Zero Hunger bis 2030“ ein. Sie hat seit ihrer Gründung über 8.500 Projekte in 70 Ländern gefördert und arbeitet nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe.