Intel unter Druck: Aktiensturz und Herausforderungen im Foundry-Geschäft
Nach einem Kursverlust von 45 Prozent im Oktober steht Intel vor der Herausforderung, sein Foundry-Geschäft trotz schwacher PC-Nachfrage und Kapazitätsengpässen zu etablieren.

Intel hat im Oktober den stärksten monatlichen Aktienkursverlust seiner Geschichte verzeichnet. Ein Einbruch von 45 Prozent unterstreicht die wachsende Skepsis der Anleger gegenüber der Strategie des Chip-Herstellers, sich als Auftragsfertiger (Foundry) zu etablieren, während das Kerngeschäft gleichzeitig unter der schwachen Nachfrage im PC-Markt leidet.
Der PC-Sektor, der weiterhin etwa die Hälfte des Intel-Umsatzes ausmacht, leidet unter hohen Komponentenpreisen, die Verbraucher von Neuanschaffungen abhalten. Dies zwang das Unternehmen dazu, seine Umsatzprognose für das aktuelle Quartal um bis zu 2 Milliarden Dollar unter die Analystenschätzungen zu senken. Die Abhängigkeit von diesem stagnierenden Markt belastet die finanzielle Flexibilität des Unternehmens massiv.
Um die Engpässe bei Wafern und Substraten zu bewältigen, hat CEO Lip-Bu Tan eine strategische Umstellung der Produktion eingeleitet. Anstatt wie geplant Kapazitäten für die fortschrittlichen 18A-Chips in den Fabriken in Oregon auszubauen, verlagert Intel Ressourcen auf den älteren Fertigungsprozess Intel 3, um die starke Nachfrage nach Server-CPUs zu decken. Dieser Schritt ist jedoch mit einem Risiko verbunden: Er verzögert die Bemühungen, externe Foundry-Kunden für die modernste 18A-Technologie zu gewinnen.
Trotz der operativen Schwierigkeiten verweist Intel auf das Wachstumspotenzial im Serverbereich, der laut Prognosen in den nächsten fünf Jahren auf 200 Milliarden Dollar anwachsen soll. Im dritten Quartal konnte der Datencenter-Bereich bereits ein Wachstum von 78 Prozent verzeichnen, was den Bedarf an einer effizienteren Produktionsplanung verdeutlicht.